Zusammenfassung

Gesamteinsparung :Ein SHS mit 2 LED-Lampen spart ca. 0,25t CO₂ ein, atmosfair rechnet sich diese Einsparungen nicht an;
Technologietransfer :Solar Home Systeme mit LED-Lampen
Lokale Umwelt :Keine Brandgefahr und Rauchentwicklung durch Kerosinlampen: Verringerung des Risikos von Atemwegserkrankungen
Weitere Vorteile :Durch den Einsatz der klimafreundlichen Solarlampen werden CO₂ -Emissionen vermieden und das Risiko von Atemwegserkrankungen wird verringert. Des Weiteren schafft das Projekt Arbeitsplätze in der Distribution, Installation und Wartung der Systeme.
Projektpartner :fosera Äthiopien, fosera Deutschland, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Institute for Decentralized Electrification, Entrepreneurship and Education GmbH & Co. KG (id-eee)

Ungenutztes Sonnenpotential

Äthiopien ist nach dem Human Development Index (HDI) eines der ärmsten Länder und zugleich der bevölkerungsreichste Binnenstaat der Welt. Gerade die ländlichen Regionen sind dicht besiedelt. Allerdings fehlt es oft am Nötigsten – so auch an einer flächendeckenden Stromversorgung. Gerade einmal 33 Prozent der Bevölkerung haben einen Stromnetzanschluss. Zwar sind die städtischen Gebiete mit 96,2 Prozent Netzanschlussquote sehr gut aufgestellt, jedoch spürt vor allem die Landbevölkerung die Defizite, da hier noch immer 73 Prozent ohne jeglichen Zugang zu Elektrizität sind![1] Daher benutzen viele Äthiopier auf dem Land derzeit noch Kerosinlampen, die denkbar ineffizient, teuer, klima- und gesundheitsschädlich sind.

Was Äthiopien aber im Übermaß hat, ist Sonne. Solarsysteme für einzelne Haushalte sind in dem Land sogar teilweise schon erhältlich. Aber meist handelt es sich nur um qualitativ minderwertige Importware, die häufig nach wenigen Monaten nicht mehr funktionieren und so das Vertrauen in die Solarenergie beschädigen.

 

Qualität trifft auf Effizienz und Nachhaltigkeit

Das Solar Home System Projekt, welches atmosfair mit dem jungen Unternehmen fosera Manufacturing in Äthiopien durchführt, soll dieser Entwicklung entgegensteuern. Zusammen stellen die Projektpartner qualitativ hochwertige und gleichzeitig erschwingliche Solarsysteme den Haushalten zur Verfügung. Im Gegensatz zu vielen mobilen Solarlampen werden von fosera fest installierte Systeme produziert, an die bis zu vier Lampen angeschlossen werden können. Ein Solar Home System mit zwei Lampen kann gegenüber der Nutzung von Kerosinlampen ca. 0,25t CO₂ pro Jahr einsparen. Den Verkauf im ländlichen Raum Äthiopiens setzt fosera mit bereits bestehenden Verkäufer- und Einzelhändlernetzwerken um.

atmosfair stellt dem Projekt die finanziellen Mittel zur Verfügung, die fosera nur teilweise zurückzahlen muss. Dafür ist fosera für die Herstellung und den Vertrieb der Solar Home Systems verantwortlich. Bis heut wurden bereits über 13.000 Systeme gefertigt und verkauft.

Viele Familien in Äthiopien freuen sich, wenn sie abends nach Hause kommen und einen Lichtschalter betätigen können. Es besteht für sie zusätzlich die Möglichkeit ihre Mobiltelefone aufzuladen, denn diese sind für viele Äthiopier ein elementares Tool, auf das sie zum Beispiel beim Mobile-Banking angewiesen sind. Ein weiterer Nutzen für die Haushalte ist die Verringerung der Rauchbelastung und das langfristig eingesparte Geld, da sie auf den Einsatz von Kerosinlampen nun verzichten können.

Unsere Partner

fosera Manufacting ist ein 2014 in Bahir Dar, Äthiopiens drittgrößter Stadt, gegründetes Privatunternehmen, das die importierten Systeme lokal zusammenbauen lässt. Zurückgreifen kann fosera dabei auf technisches und betriebswirtschaftliches Knowhow von der Muttergesellschaft fosera Deutschland aus der Nähe von Ulm. Thomas Koepke, general manager von fosera Äthiopien, hat selbst viele Jahre in der Solarbranche in Deutschland und Afrika gearbeitet. Derzeit arbeiten 15 Mitarbeiter/innen bei fosera Äthiopien. Durch den explizit lokalen Ansatz der Produktion sollen in Zukunft aber noch viele weitere junge Äthiopier Kompetenzen im Zukunftsfeld der erneuerbaren Energien erwerben und anwenden können.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) stellte für das Projekt im Rahmen des Energizing Development Programms Mittel zur Verfügung, mit denen wir ein Handy-gestütztes Monitoring-System sowie eine Onlinedatenbank entwickeln ließen. Außerdem unterstützte die GIZ finanziell die Durchführung von insgesamt 7 Trainings für Studenten und Dozenten und 13 Trainings für Entrepreneure in Äthiopien, um dabei zu helfen das nationale Knowhow und Kompetenzen rund um Solar-Technologien in Äthiopien auszubauen.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT)/ Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) ließ im Rahmen des Projektes zwei Abschlussarbeiten einmal zu potentiellen Umweltgefahren sowie möglichen Entsorgungspfaden von modernen Akkumulatoren-Systemen, wie sie im Projekt zum Einsatz kommen, anfertigen.

Das Institute for Decentralized Electrification, Entrepreneurship and Education GmbH & Co. KG (id-eee) ist ein privates Institut für angewandte Forschung und Projektmanagement. Aufbauend auf einer mehr als 30-jährigen Berufserfahrung im Bereich Photovoltaik, unterrichtet der Gründer und Universitätsprofessor Prof. Peter Adelmann, im Rahmen des Projekts DozentInnen und StudentInnen der Universität Bahir Dar über Photovoltaik-Technik und Wartung.

 

 

 

 

[1] World Bank (2018): https://openknowledge.worldbank.org/bitstream/handle/10986/30102/129100-ESM-P156666-PUBLIC-MTF-Energy-Access-Country-Diagnostic-Report-Ethiopia-6-2018.pdf?sequence=1&isAllowed=y

Ihr Ansprechpartner bei atmosfair

Janine Adler
Managerin Klimaschutzprojekte
M.A. Sustainability Economics and Management
+49 (0)30 120 84 80 - 62