Äthiopien : Solar Home Systeme

Gesamteinsparung: Bis 5.000 t CO2 pro Jahr
Technologietransfer: Solar Home Systeme mit LED-Lampen
Lokale Umwelt: Keine Rauchentwicklung mehr durch Kerosinlampen
Weitere Vorteile:

Niedrigere Ausgaben für Kerosin zur Beleuchtung, Verringerung des Risikos von Atemwegserkrankungen, Schaffung von Arbeitsplätzen zur Installation und Wartung der solarbetriebenen LED-Lampen

Projektpartner:

Fosera Äthiopien, Fosera Deutschland, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Institute for Decentralized Electrification, Entrepreneurship and Education GmbH & Co. KG (id-eee)

Projektstatus Äthiopien

Ungenutztes Sonnenpotential

Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt und zugleich - gemessen an seiner Einwohnerzahl - der größte Binnenstaat der Welt. Gerade die ländlichen Regionen sind oft dicht besiedelt. Allerdings fehlt es oft am Nötigsten - so auch an einer flächendeckenden Stromversorgung. Derzeit sind nicht einmal 20% der Bevölkerung  ans Stromnetz angeschlossen, in der Landbevölkerung sollen es unter 2% sein! Daher benutzen viele Äthiopier derzeit noch Licht aus Kerosinlampen, die denkbar ineffizient, teuer und klimaschädlich sind.

Was Äthiopien aber in Übermaß besitzt, ist Sonne. Solarsysteme für einzelne Haushalte sind in dem Land sogar teilweise schon erhältlich. Aber meist handelt es sich nur um qualitativ minderwertige Importware, die häufig nach wenigen Monaten nicht mehr funktionieren und so das Vertrauen in die Solarenergie beschädigen.

 

Qualität trifft auf Effizienz und Nachhaltigkeit

Das Solar Home System Projekt, welches atmosfair mit dem jungen Unternehmen Fosera Manufacturing in Äthiopien durchführt soll dieser Entwicklung entgegen steuern. Qualitativ hochwertige und dennoch gleichzeitig erschwingliche Solarsysteme sollen in Haushalten im globalen Süden bereitgestellt werden. Im Gegensatz zu vielen mobilen Solarlampen werden von Fosera fest installierte Systeme produziert, an die bis zu vier Lampen angeschlossen werden können. Ein Solar Home System kann gegenüber der Nutzung von Kerosinlampen ca. 0,25t CO2 pro Jahr einsparen. 20.000 dieser Solarsysteme sollen im ländlichen Raum Äthiopiens verkauft werden. Genutzt werden dafür bestehende Verkäufer- und Einzelhändlernetzwerke.

atmosfair stellt dem Projekt die finanziellen Mittel zur Verfügung, die Fosera nur teilweise zurückzahlen muss, dafür aber Herstellung und Vertrieb der Solar Home Systems sicherstellen kann. In 2015 wurden bereits über 1.500 Systemen gefertigt und verkauft. In 2016 planen wir mit 5.000 Systemen.

Schon bald werden sich viele Familien in Äthiopien freuen können,  wenn sie abends nach Hause kommen und einen Lichtschalter betätigen können. Und natürlich besteht auch die Möglichkeit, Mobiltelefone aufzuladen, denn auf diese sind viele Äthiopier für wichtige Aspekte des Lebens wie zum Beispiel beim Mobile-Banking angewiesen. Ein weiterer Nutzen für die Haushalte ist die Verringerung der Rauchbelastung, denn im Gegensatz zu Kerosinlampen, kommen die solar-betriebenen Lampen natürlich gänzlich ohne Qualm aus.

Um den langfristigen Erfolg zu sichern, setzen atmosfair und sein Partner Fosera auch bei diesem Projekt auf ein anspruchsvolles Überprüfungsverfahren, das über den Gold Standard auch die Einbindung der lokalen Bevölkerung sowie das Monitoring anderer Nachhaltigkeitskriterien sicherstellt.

Ethiopian Family

Abendessen einer äthiopischen Familie beleuchtet durch ein Solar Home System von Fosera

Unsere Partner

Fosera Manufacting ist ein 2014 in Bahir Dar, Äthiopiens drittgrößter Stadt, gegründetes Privatunternehmen, das derzeit eine lokale Produktion von Solarmodulen aufbaut. Zurückgreifen kann Fosera dabei auf technisches und betriebswirtschaftliches Knowhow von der Muttergesellschaft Fosera Deutschland aus der Nähe von Ulm. Thomas Koepke, general manager von Fosera Äthiopien, hat selbst viele Jahre in der Solarbranche in Deutschland und Afrika gearbeitet. Derzeit arbeiten fünf Mitarbeiter/innen bei Fosera Äthiopien. Durch den explizit lokalen Ansatz der Produktion sollen in Zukunft aber noch viele weitere junge Äthiopier Kompetenzen im Zukunftsfeld der erneuerbaren Energien erwerben und anwenden können.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) stellt für das Projekt im Rahmen des Energizing Development Programms Mittel zur Verfügung, um ein Handy-gestütztes Monitoring-System zu entwickeln. Dieses soll es ermöglichen, schnell und einfach die Position der verkauften Solar Home Systems zu ermitteln und damit die Messung des Projekterfolgs deutlich zu erleichtern. Außerdem unterstützt die GIZ finanziell die Durchführung von Trainings und Weiterbildungen von Studenten, Dozenten und Entrepreneurs in Äthiopien, um somit das nationale Knowhow und Kompetenzen rund um Solar-Technologien deutlich auszubauen.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT)/ Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) führt im Rahmen des Projekts zwei Studien zu potentiellen Umweltgefahren sowie möglichen Entsorgungspfaden von modernen Akkumulatoren-Systemen, wie sie im Projekt zum Einsatz kommen, durch. Damit soll erforscht werden, wie langfristig ein Recycling-System für NiMeH und LiFePO4-Batterien in Äthiopien aufgebaut werden könnte und somit das Gefährdungspotential für Mensch und Umwelt minimiert werden kann.

Das Institute for Decentralized Electrification, Entrepreneurship and Education GmbH & Co. KG (id-eee) ist ein privates Institut für angewandte Forschung und Projektmanagement. Aufbauend auf eine mehr als 30 jährige Berufserfahrung im Bereich Photovoltaik, lehrt Gründer und Universitätsprofessor Prof. Peter Adelmann, im Rahmen des Projekts DozentInnen und StudentInnen der Universität Bahir Dar zu Photovoltaik-Technik und Wartung.

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Ihre Ansprechpartnerin bei atmosfair

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Julia Hoffmann | Managerin Klimaschutzprojekte

M.A. Umweltstudien und Nachhaltigkeitswissenschaften

☎ +49 (0)30 627 35 50 - 22
[email protected]