| Gesamteinsparung : | ca. 30.000 Tonnen pro Jahr |
| Technologietransfer : | Lokal angepasste Pyrolyseanlagen („hooded Earth-Kilns“), die Ernterückstände in Pflanzenkohle umwandeln und gleichzeitig die Sicherheit und Effizienz verbessern. |
| Lokale Umwelt : | Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit durch die Ausbringung von Pflanzenkohle, Verringerung der Treibhausgasemissionen und Eindämmung der Verbrennung und Zersetzung von Biomasse. |
| Weitere Vorteile : | Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort, Förderung von Kreislaufwirtschaftsmodellen und unmittelbare wirtschaftliche Befähigung von Landwirtinnen. |
| Zielgruppe : | Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im ländlichen Ghana |
| Projektfinanzierer : | atmosfair |
| Projektpartner : | Carboneers |
atmosfair hat in ländlichen Gebieten Ghanas kleine Pyrolyseanlagen in Betrieb genommen, zunächst in den Regionen Volta, Oti und Ashanti, und dehnt das Projekt nun auf die Northern Region aus. Diese Anlagen produzieren Biokohle weitaus effizienter als herkömmliche offene Erdgruben – einfache Gruben, die zuvor zur Verkohlung landwirtschaftlicher Reststoffe genutzt wurden. In Zusammenarbeit mit Carboneers hat atmosfair Stahlhauben entwickelt, mit denen die Gruben abgedeckt und so in funktionsfähige Pyrolyseöfen verwandelt werden – die „Haubenöfen“. Zudem helfen mobile Kräne dabei, die Haube sicher und einfach anzuheben. Nach monatelangen Tests vor Ort und Konstruktionsverbesserungen wurde diese Technologie bei rund 300 Bauerngruppen eingeführt. Kleinbauern nutzen sie, um Kakaoschoten, Maniok und andere Ernterückstände in Pflanzenkohle umzuwandeln. Die Initiative soll jährlich etwa 20.000 Tonnen CO₂ aus der Atmosphäre binden. Weitere 300 Öfen werden nun eingesetzt, wodurch sich das Einsparpotenzial im Jahr 2026 auf 30.000 CO₂e/Jahr und im Jahr 2027 auf 40.000 CO₂e/Jahr erhöht – das entspricht den Emissionen von über 24.000 Interkontinentalflügen.
Die Haubenöfen sind eine einfache, aber effektive Lösung. Eine Stahlhaube bedeckt eine Erdgrube und ermöglicht so die saubere Pyrolyse lokaler Ernterückstände. Temperaturen von bis zu 700 °C sorgen dafür, dass die Biomasse effizient und mit minimalen Emissionen verkohlt wird. Im Vergleich zu offenen Gruben erzeugt das System weitaus weniger Rauch und reduziert die Methanemissionen erheblich. Daps Abimbola vom lokalen atmosfair-Partner Beyond Karbon erklärt: „Die Metallhaube schützt die Menschen, während darunter die Pyrolyse stattfindet. Sie verhindert, dass sie giftigen Rauch einatmen, wie es bei traditionellen Erdgruben üblich ist. Die neuen Pyrolyseöfen beseitigen zudem die mit offenen Feuern verbundenen Risiken.“
Jeder Ofen versorgt eine Gruppe von 15 bis 20 Kleinbauern. Nach der Pyrolyse wird die Pflanzenkohle abgekühlt und mit Kompost angereichert, bevor die Landwirte sie direkt auf ihren eigenen Feldern ausbringen, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Darüber hinaus erhalten die Landwirte eine Vergütung für die Pflanzenkohleproduktion, was den Bauerngruppe eine zusätzliche Einnahmequelle verschafft, insbesondere außerhalb der Erntezeit. Das Projekt legt den Schwerpunkt auf die Beschäftigung von Frauen und trägt so zu deren wirtschaftlicher Stärkung durch bezahlte Arbeit und eine stärkere Einbindung in lokale Wertschöpfungsketten bei. Das Projekt schafft zudem Arbeitsplätze in den Bereichen Logistik, Koordination und Qualitätskontrolle.

Pflanzenkohle wird direkt auf die Felder der Landwirte ausgebracht, in der Regel gemischt mit Kompost oder Dung. Sie verbessert die Fähigkeit des Bodens, Wasser und Nährstoffe zu binden, was besonders im Norden Ghanas wichtig ist, wo die Böden oft trocken und ausgelaugt sind. Die Landwirte berichten von höheren Erträgen und gesünderen Pflanzen, während sie weniger auf teure chemische Düngemittel angewiesen sind.
Indem Pflanzenkohle Nährstoffe bindet und ihre Auswaschung verhindert, unterstützt sie eine nachhaltige Landwirtschaft und stärkt die Ernährungssicherheit – eines der wichtigsten Ziele für nachhaltige Entwicklung. Das kohlenstoffreiche Material bleibt über Jahrhunderte im Boden stabil, stellt die Fruchtbarkeit wieder her und stärkt die langfristige Widerstandsfähigkeit gegen Erosion und Dürre.
Die Haubenöfen werden in Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern Carboneers und Beyond Karbon kontinuierlich getestet und verbessert. atmosfair führt regelmäßige Feldversuche und Qualitätskontrollen durch, um die Leistung und die Anwendersicherheit zu optimieren. Die Überwachung erfolgt durch Feuchtigkeitsmessungen, von den Produzenten bereitgestellte fotografische Nachweise sowie in den Haubenöfen installierte digitale Sensoren, die Temperatur und Sauerstoffgehalt erfassen. Diese Daten werden anschließend im von Carboneers selbst entwickelten digitalen MRV-System abgeglichen, was eine bessere Prozesssteuerung, Emissionserfassung und Transparenz gewährleistet. atmosfair leitet zudem Konsultationen mit Interessengruppen wie Dorfvorstehern, lokalen NGOs und Vertretern der ghanaischen Regierung, um die Klimaschutzmaßnahmen mit den nationalen Zielen in Einklang zu bringen. Das Feedback der Gemeinden spielt eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Einführung der Technologie.
Parallel dazu arbeitet atmosfair daran, das Projekt mit den nationalen Klimazielen Ghanas und den anstehenden UN-Vorschriften gemäß Artikel 6 des Pariser Abkommens in Einklang zu bringen. Die Abstimmung mit Regierungsvertretern ist im Gange, um die langfristige Einhaltung der Vorschriften und die Integration in die nationale Klimapolitik sicherzustellen.

Derzeit gibt es keine im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) und des Gold Standard zugelassenen Methoden zur Berechnung von Kohlenstoffsenken durch Pflanzenkohle, die in effizienten Kochherden hergestellt wird. atmosfair hat sich für die Zertifizierung für den Carbon Standard International (CSI) entschieden, der sich auf die Herstellung und Einbindung von Pflanzenkohle konzentriert. Im Vergleich zu anderen Standards kann die Berechnung der Kohlenstoffsenken als eher konservativ angesehen werden.
Carboneers stellt Landwirten im Globalen Süden Schulungen, Werkzeuge und Technologien zur Herstellung von Pflanzenkohle zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von über 33.000 Landwirten verfolgt Carboneers jeden Schritt des Prozesses über ein eigenes zertifiziertes digitales MRV-System und generiert so hochintegrierte CO₂-Entfernungskredite, die vom Feld bis zum Käufer rückverfolgbar sind. Die CO₂ Negativ Emissions Credits des Unternehmens sind nach führenden Standards wie Isometric, Verra und CSI zertifiziert. Indem Carboneers Einkommen, Eigentumsrechte und Wissen direkt in die Hände ländlicher Gemeinschaften legt, verbindet das Unternehmen Umweltschutz mit sozialer Wirkung für diese Gemeinschaften.