Das Kraftwerk in Rajasthan verwertet Restprodukte der Senfernte.
Eine Arbeiterin auf einem blühenden Senffeld. Die Ackerpflanze eignet sich gut für das trockene Klima der Region Rajasthan.
Arbeiterinnen bei der Senfernte. Durch den Verkauf der Ernterückstände wird ihnen eine neue Einnahmequelle ermöglicht. Früher wurden die Restprodukte noch auf dem Feld verbrannt und so eine potenzielle Ressource im Hinblick auf die Energiegewinnung verschwendet.
Mit maschineller Unterstützung werden die Senfkörner von den Schalen und Stängeln der Pflanze getrennt.
Die Entlohnung der Bauern und -bäuerinnen bemisst sich am Gewicht der Erntereste und wird direkt an sie ausgezahlt. Über das Wiegen vor- sowie nach der Entladung wird der Betrag ermittelt.
Die Lagerung direkt am Kraftwerk (im Hintergrund), stellt eine gleichmäßige Stromversorgung auch über saisonale Schwankungen der Menge an Ernteresten sicher. Im Vordergrund: Zwei Senfbauern bei der Anlieferung.
Ca. 33% der gesamten Senferntereste der Region werden für die Stromproduktion des Kraftwerks verwendet.
Gute Ventilation und trockene Bedingungen verhindern eine anaerobe Methangasentwicklung am Lagerort, welche nachteilige Auswirkungen auf die Klimabilanz hätte.
Das Umspannwerk verteilt die generierten 8MW auf das staatlich betriebene Stromnetz.
Zusammenfassung
| Gesamteinsparung : | Ca. 50.000 Tonnen CO₂ pro Jahr |
| Lokale Umwelt : | Ersatz von fossilen Kraftstoffen |
| Weitere Vorteile : | Wertschöpfung für Kleinbauern und -bäuerinnen |
| Arbeitsplätze : | In der Biomasseversorgung und im Werk |
| Projektpartner : | KPIL (Kalpaturu Projects International Limited), indisches Unternehmen |
Erntereste bieten zusätzliche Einnahmequelle
Der indische Bundesstaat Rajasthan gehört zu den ärmeren Regionen Indiens. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von Landwirtschaft und Viehzucht. Die Kleinbauern und -bäuerinnen produzieren dabei kaum mehr, als zum Überleben reicht. Im trockenen Klima ist Senf die wichtigste Ackerpflanze. Deswegen setzen die Bewohner und Bewohnerinnen auf diese Pflanze. Wer im Winter durch das Gebiet fährt, dem fallen die gelben Felder ins Auge, denn die Farbe des blühenden Senfs dominiert ganze Landstriche. Die Senfschalen und -stängel, die bei der Verarbeitung zu Senföl übrig bleiben, wurden bisher nicht genutzt und deshalb verbrannt.
Dezentrale Sammelstellen organisieren den Transport
Ein Biomassekraftwerk in Tonk verwendet die Erntereste nun, um daraus Strom zu produzieren. Seit 2007 beliefern die Kleinbauern und -bäuerinnen aus der Region das Werk mit ihren Ernteresten – und verkaufen die früher wertlosen Abfälle an den Anlagenbetreiber. Damit die Landwirte und Landwirtinnen, die oft über keine Transportmittel verfügen, den Brennstoff nicht über weite Strecken selbst zu dem Kraftwerk bringen müssen, sind Sammelzentren im Umkreis von 50 km um das Werk eingerichtet, so groß ist der Einzugsbereich. Die angelieferten Säcke mit Senfresten werden dort gewogen, die Bauern und Bäuerinnen direkt bezahlt, und der Brennstoff anschließend zum Werk transportiert. Dort sorgt ein großes Lager dafür, dass auch außerhalb der Erntezeit genug Material zur Verfügung steht, um ganzjährig Strom zu erzeugen.
Unser Partner
Projektbetreiber ist das indische Unternehmen KPIL (Kalpaturu Projects International Limited), ein Netzbetreiber und Stromproduzent, der an zahlreichen ländlichen Elektrifizierungsprojekten beteiligt ist. Zu Rajasthan hat die Geschäftsführung eine besondere Beziehung: Es ist ihr Heimatstaat, und liegt ihnen daher besonders am Herzen. Der Technologietransfer in die ländlich geprägte Region macht sie stolz, denn er zeigt, dass wirtschaftliche Entwicklung auch abseits der großen Zentren möglich ist.
Die kaufmännische und technische Betriebsführung der Anlagen wird von dafür geschultem Personal aus der Region sichergestellt, weitere Arbeitsplätze sind im Bereich Lagerung und Biomasseeinbringung entstanden.
Kompensation mit aktuellen CDM Zertifikaten (2019/2020) möglich, CA in Vorbereitung
- Status-Check: Das Projekt kann im Einklang mit den Regelungen des Kyoto-Protokolls und des Pariser Klimaschutzabkommens noch übergangsweise zur Kompensation unvermeidbarer Restemissionen (Grundsatz ‚Vermeiden-Reduzieren-Kompensieren‘) genutzt werden. atmosfair bereitet aktuell eine Vereinbarung mit dem Gastland zur Vermeidung von Doppelzählungen vor damit das Projekt in Zukunft uneingeschränkt zur Kompensation unvermeidbarer Restemissionen genutzt werden kann.
- Claim für Unternehmen: CO2-neutral durch Kompensation. Von der Verwendung des Begriffs der Klima-Neutralität raten wir ab, selbst wenn hochwertige Zertifikate zur Kompensation genutzt werden.
Ihr Ansprechpartner bei atmosfair
David Grüttner
Projektmanager Klimaschutzprojekte
Mathematiker