Ruanda : Effiziente Öfen

Gesamteinsparung: 40.000 Tonnen CO2 pro Jahr, gemittelt über 10 Jahre
Technologietransfer: Effiziente Öfen sparen 80% Energie ein
Lokale Umwelt: Vermeidung von Abholzung in der Region
Weitere Vorteile: Niedrigere Kosten für Haushaltsenergie
Projektpartner: SaferRwanda, Rwanda Women Network, UNHCR Rwanda, INYENYERI, ENEDOM (The´Energie Domestique SARL)

Projektstatus Ruanda

Bevölkerungswachstum erhöht Brennholznachfrage

Ruanda ist mit über 390 Personen je km2 eines der am dichtesten besiedelten Länder Afrikas (zum Vergleich: in Deutschland leben rund 235 EW je km2, in Kenia sind es nur 68). Durch das Bevölkerungswachstum steigt die Nachfrage nach Holz als Brennstoff an.

Zusätzlich erhöht sich der Druck auf natürliche Ressourcen durch Flüchtlinge, die aus dem östlichen Kongo nach Ruanda fliehen. Mittlerweile beherbergt Ruanda 70.000 Flüchtlinge, die hauptsächlich in Flüchtlingslagern untergebracht sind und dort von dem UNHCR mit dem Nötigsten versorgt werden. Als Nahrungsmittel werden vor allem Mais und Bohnen bereitgestellt, die jedoch besonders lange gekocht werden müssen. Dementsprechend erhöht sich die Nachfrage nach Feuerholz. Es wird nicht nur immer schwieriger die Flüchtlingslager mit Holz zu versorgen, sondern auch den Holzbedarf ganz Ruandas zu decken.

Wie in vielen anderen afrikanischen Ländern auch, stellen Holz und Kohle die wichtigste Energiequelle für Haushalte in Ruanda dar. Da sich dies in Zukunft nicht ändern wird, ist es besonders wichtig die wachsende Nachfrage dieser beiden Ressourcen zu bedienen, ohne mehr Bäume abzuholzen als im selben Zeitraum nachwachsen können.

Stove demonstration UNHCR

Bei einer Ofendemonstration im UNHCR Flüchtlingslager

Effizienzgewinn führt zu Einsparungen bei Energieausgaben

Die effizienten Öfen verringern den Holzbedarf beim Kochen um bis zu 80 %, womit der Lebensalltag maßgeblich verbessert werden kann. Gleichzeitig werden potentielle Konflikte um Holzressourcen zwischen Flüchtlingen und benachbarten Kommunen minimiert. Die UNHCR, die den Flüchtlingen das Feuerholz bereitstellt, kann zudem das eingesparte Geld für andere Aktivitäten benutzen.

Die effizienten Holzöfen werden in Ruanda aus importierten Komponenten gefertigt, womit lokale Arbeitsplätze geschaffen und Einkommensmöglichkeiten generiert werden. Flüchtlinge werden z.B. vom UNHCR im Zusammenbauen von Öfen trainiert und bezahlt. Andere Partner beschäftigen hauptsächlich Frauen im Kanten und Zusammenbauen der Öfen. Trainings und Demonstrationen, wie man den Ofen am effektivsten benutzt, haben nicht nur einen positiven Effekt auf die effiziente Nutzung des Ofens, sondern bringen auch Haushalte zusammen, die sich über Erfahrungen, Wissen oder auch Rezepte austauschen.

Das spezielle Design und Konstruktion des neuen, effizienten Holzofens (genannt Save80) machen das Kochen genauso einfach und intuitiv wie auf einem traditionellen Drei-Steine-Feuer. Allerdings benötigt der Save80 bis zu 80 % weniger Holz als traditionelle Kochstellen. Wenn ein Kohleofen durch einen Save80 ersetzt wird, sind die Holzeinsparungen sogar noch größer, da für die Produktion von 1kg Kohle 9kg Holz benötigt werden. Ruandas Haushalte können somit erheblich sparen, da die Holzkohlepreise durch die starke Nachfrage, erhöhte Transporte und Herstellungskosten immer wieder gestiegen sind.

Die zusätzlichen Einsparungen durch den geringeren Holzbedarf ermöglicht es Haushalten andere finanzielle Ausgaben zu decken. atmosfair subventioniert die Öfen,  wodurch sich gerade auch einkommensschwache Haushalte den Save80 leisten können und somit etwas unabhängiger von den Preisschwankungen des Holzmarktes werden. Zudem gibt es die Möglichkeit den Ofen in Raten abzubezahlen.

Unsere Partner:

SAFER RWANDA– ist eine unabhängige, gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, die 2000 gegründet wurde. Safer Rwanda ist in verschiedenen Friedens- und Umweltprojekten engagiert, wie zum Beispiel Solarenergie, Wiederaufforstung, effiziente Öfen und Abrüstung von Handfeuerwaffen.

RWANDA WOMEN`S NETWORK (RWN) – eine nationale, humanitäre Nichtregierungsorganisation, die sich für die Promotion und Verbesserung des sozial-ökonomischen Gemeinwohles von Frauen in Ruanda seit 1997 einsetzt. Die Organisation hat es sich zum Ziel erklärt die Stellung der Frau in Ruanda zu stärken. Mit ihren langjährigen Erfahrungen hilft sie Frauen sich Problemen in der Gemeinde zu stellen und sich aktiv am Gemeindeleben zu beteiligen. RWN arbeitet mit verschiedenen lokalen und internationalen Organisationen, sowie mit landesweiten grassroot Verbänden zusammen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) – das UNHCR wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um internationale Maßnahmen für den Schutz von Flüchtlingen zu koordinieren und Flüchtlingsprobleme zu lösen. Das Hauptziel ist es die Rechte und das Wohlergehen von Flüchtlingen zu schützen. Zudem bemüht sich UNHCR, dass jeder das Recht Asyl zu beantragen und in einem anderen Land Zuflucht zu finden, ausleben kann und sich gleichzeitig freiwillig entscheiden kann, ob er zurück ins Heimatland, lokal integriert werden oder sich in einem dritten Land niederlassen möchte. Momentan werden mehr als 70.000 Flüchtlinge aus dem Kongo von der UNHCR in Ruanda unterstützt.

INYENYERI – ein ruandisches sozial nachhaltiges Unternehmen, das die negativen Effekte, besonders die starke Rauchentwicklung, durch Kochen mit traditionellen Kochstellen eliminieren möchte. Dafür stellt die Organisation den Kunden sehr effiziente Holzvergasungsöfen kostenlos zur Verfügung und stellt Holzpellets aus überschüssiger Biomasse her. Diese Pellets werden dann an die Kunden verkauft. Die Biomasse stammt von Farmen, die entweder ihre Erntereste oder überschüssige Biomasse an Inyenyeri verkaufen. atmosfair unterstützt Inyenyeri durch die Abnahme der Kohlenstoffzertifikate, wodurch Inyenyeri Zugang zu Krediten bekommt um die effizienten Holzvergasungsöfen zu finanzieren.

ENEDOM (ENERGIE DOMESTIQUE SARL) – ein kleines Unternehmen aus Kigali. ENEDOM´s Ziel ist es neue Wege für die Energieversorgung von Haushalten zu finden, um die Umwelt zu schützen. ENEDOM war der erste atmosfair Partner in Ruanda und hat einen großen Teil zum Aufbau des Projektes beigetragen. Das Unternehmen hat zudem einen eigenen effizienten Ofen entwickelt, der momentan einem Qualitätscheck unterläuft und zum Test verkauft wird. Außerdem ist ENEDOM an der lokalen Produktion und dem Verkauf von isolierenden Kochbeuteln und nachhaltig gewirtschaftetem Holz beteiligt.

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Ihr Ansprechpartner bei atmosfair

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Sven Bratschke | Manager Klimaschutzprojekte

M.Sc.Global Change Management

☎ +49 (0)30 627 35 50 - 16
[email protected]