Zusammenfassung

Gesamteinsparung :über 500 Tonnen CO₂ pro Jahr
Technologietransfer :Beschleunigte Gesteinsverwitterung (Enhanced Rock Weathering)
Lokale Umwelt :Ausbringung von Basaltgesteinsmehl zur Verbesserung der Bodenqualität und Förderung nachhaltiger Anbaumethoden in der Region.
Zielgruppe :Lokale Landwirte in Brasilien
Projektfinanzierer :atmosfair x InPlanet
Projektpartner :InPlanet

Gemeinsam mit dem Projektpartner InPlanet fördert atmosfair in Brasilien ein Projekt zur beschleunigten Gesteinsverwitterung (Enhanced Rock Weathering, ERW). Durch das Ausbringen von regional gewonnenem Basaltgesteinsmehl auf Zitrusplantagen werden jährlich mehr als 500 Tonnen CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt. Das verwendete Basaltgesteinsmehl stammt aus Nebenprodukten der regionalen Gesteinsindustrie im brasilianischen Bundesstaat Paraná und dient als natürlicher Bodenaktivator. Teilnehmende Landwirte erhalten subventioniertes Gesteinspulver und Unterstützung bei der Umsetzung. Dies ermöglicht es Landwirten in den Tropen, CO₂ aus der Atmosphäre zu binden und gleichzeitig ihre Böden zu regenerieren.

Beschleunigte Gesteinsverwitterung (Enhanced Rock Weathering)

Die beschleunigte Gesteinsverwitterung ist eine innovative Technologie zur dauerhaften Entnahme von Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Dabei wird Basaltgestein fein vermahlen. Durch die stark vergrößerte Oberfläche laufen natürliche Verwitterungsprozesse deutlich schneller ab.

CO₂ aus der Luft verbindet sich zunächst mit Regenwasser und reagiert anschließend mit dem Basaltgesteinsmehl. Dabei entstehen stabile Hydrogencarbonate (HCO₃⁻), die über Flüsse ins Meer transportiert werden. Dort bleibt der Kohlenstoff für Jahrtausende gespeichert. Da die CO₂-Bindung auf natürlichen geologischen Prozessen beruht und die Speicherung im Ozean erfolgt, gilt die beschleunigte Gesteinsverwitterung als eine der langlebigsten und sichersten Methoden der Kohlenstoffentnahme.

Brasilien bietet besonders günstige Bedingungen für diesen Prozess. Hohe Temperaturen und regelmäßige Niederschläge beschleunigen die Verwitterung auf natürliche Weise. Gleichzeitig steht geeigneter Basalt lokal in großen Mengen zur Verfügung.

Basaltgesteinsmehl zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Pflanzen

Basalt enthält wichtige Nährstoffe wie Calcium, Magnesium und Spurenelemente. Dadurch trägt er zur natürlichen Remineralisierung des Bodens bei (Bodenaktivator). Gleichzeitig kann er den pH-Wert stabilisieren, die Bodenstruktur verbessern und die Wasserspeicherfähigkeit erhöhen. Diese Eigenschaften sind insbesondere für tropische Böden von Vorteil, die häufig nur wenige Mineralstoffe enthalten. Durch die Rückführung wichtiger Mineralien kann der Bedarf an konventionellen Düngemitteln und Kalk reduziert werden. Darüber hinaus fördert Basaltgesteinsmehl die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegenüber Schädlingen, Krankheiten und klimatischen Stressfaktoren. Gesündere Böden tragen somit zu stabileren Erträgen und einer nachhaltigeren Landwirtschaft bei.

Das Projekt nutzt zerkleinerten holo-kristallinen Basalt, der als Nebenprodukt der regionalen Gesteinsindustrie anfällt. Das Material ist sowohl nach brasilianischem als auch nach europäischem Recht als Bodenaktivator zugelassen. Das brasilianische Landwirtschaftsministerium erkennt das eingesetzte Material offiziell für die landwirtschaftliche Nutzung an. Vor der Ausbringung untersucht InPlanet sowohl das Gestein als auch die jeweiligen Böden umfassend. Auf dieser Grundlage werden Menge und Anwendung geplant, um Verunreinigungen durch potenziell problematische Elemente auszuschließen.

System zur Überwachung, Berichterstattung und Überprüfung (MRV)

Eine präzise Messung der tatsächlichen CO₂-Entnahme ist entscheidend für die Glaubwürdigkeit von Projekten zur beschleunigten Gesteinsverwitterung. Deshalb wird das Projekt mit dem eigens entwickelten MRV-System von InPlanet überwacht. Dabei werden zahlreiche Parameter erfasst, darunter Verwitterungsprodukte, Kohlenstoffverbindungen, pH-Werte sowie weitere chemische und physikalische Eigenschaften von Böden und Bodenwasser. Zusätzlich werden Gesteinsmehl, Böden, Pflanzenbestände und Gase untersucht, um die Verwitterungsprozesse möglichst umfassend zu verstehen.

Die Analyse der festen Bestandteile des Bodens zeigt, wie viel Gesteinsmehl bereits verwittert ist. Daraus lässt sich indirekt ableiten, wie viel CO₂ gebunden wurde. Ergänzend wird der im Bodenwasser gelöste anorganische Kohlenstoff gemessen. Diese Methode ermöglicht eine direkte Bestimmung der CO₂-Entnahme. Die Kombination verschiedener Messverfahren liefert ein umfassendes Bild der Verwitterungsprozesse und ermöglicht eine belastbare Quantifizierung der tatsächlich entfernten CO₂-Mengen.

Unser Partner

Unser Partner InPlanet ist ein auf Negative Emissionen spezialisiertes AgTech-Unternehmen mit Standorten in München und São Paulo. Das Unternehmen zählt zu den Vorreitern der beschleunigten Gesteinsverwitterung in tropischen Regionen und arbeitet daran, diese Technologie großflächig einzusetzen. Ziel von InPlanet ist es, große Mengen CO₂ dauerhaft aus der Atmosphäre zu entfernen und gleichzeitig tropische Böden zu regenerieren. So sollen langfristig produktive Landwirtschaft, gesunde Ökosysteme und wirksamer Klimaschutz miteinander verbunden werden.

Ihre Ansprechpartnerin bei atmosfair

Constanza Terazzi
Projektmanagerin
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