Wir fördern jetzt das Start-up InPlanet, das in Brasilien eine neuartige Technologie anwendet, von der Landwirtschaft und Klima gleichermaßen profitieren. Fein gemahlenes Basaltpulver versorgt Pflanzen mit dringend benötigten Nährstoffen – und reagiert dabei mit dem Kohlenstoffdioxid aus der Luft, welches so dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt wird.

Zitrusfrüchte sind ein wichtiges Agrarprodukt des Bundesstaates Paraná im Süden Brasiliens. Doch dabei gibt es ein Problem: 30 Prozent aller Zitrusbäume sind von der Gelben Drachenkrankheit befallen, die der Fruchtqualität schadet und die Bäume letztendlich absterben lässt. Gegen diese Erreger können Pflanzen widerstandsfähiger werden, wenn sie bestimmte Nährstoffe erhalten. Aus diesem Grund beziehen jetzt 20 Zitrusplantagen in der Region Basaltpulver von InPlanet. Das Unternehmen hat eine neuartige Methode entwickelt, um den Einsatz von Düngemitteln zu reduzieren und damit zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beizutragen. Auf Feldern ausgetragen versorgt das Gesteinsmehl die Pflanzen mit Kalzium und Magnesium und sorgt gleichzeitig für negative Emissionen.

Gesteinsmehl aus Basalt verbessert die Fruchtbarkeit von Böden – und entfernt CO₂ aus der Luft (Foto: InPlanet).

Beschleunigte Verwitterung als Klimaschutzmaßnahme

Das Konzept von InPlanet überzeugte atmosfair Projektmanagerin Constanza Terazzi bei ihrem persönlichen Besuch in São Paulo. Deshalb schlossen wir einen Kooperationsvertrag mit der Firma. InPlanet stellt das Gesteinspulver den Bäuerinnen und Bauern zu subventionierten Preisen bereit und überwacht dann den Verwitterungsprozess mit einem umfassenden, wissenschaftlich fundierten Monitoring-System. Die entfernten CO₂-Mengen sollen unabhängige Gutachter jedes Jahr bestätigen, woraufhin Unternehmen diese Removal Credits bei atmosfair erwerben können.

Zitrusplantagen in Brasilien sind durch die Gelbe Drachenkrankheit bedroht. Das Gesteinsmehl liefert wichtige Nährstoffe, die die Bäume widerstandsfähiger gegen solche Bedrohungen machen (Foto: InPlanet).

Das Basaltpulver stammt aus Reststoffen der Zuschlagstoff-Industrie in São Paolo und Paraná. Zu feinsten Körnern zermahlen vergrößert sich die Kontaktoberfläche mit der Luft, so dass natürliche Verwitterungsprozesse, die die Temperatur der Erde regulieren, wesentlich schneller ablaufen. Dabei verbindet sich das CO₂ aus der Luft mit Regenwasser und reagiert dann mit Basaltpulver. Das CO₂ wird in stabilen Bikarbonaten gebunden und von Flüssen bis in den Ozean transportiert, wo es Tausende von Jahren verbleibt. Brasilien eignet sich aufgrund seines warmen Klimas mit starken Regenfällen besonders gut für beschleunigte Verwitterung, auch Enhanced Weathering genannt. Der Prozess läuft unter diesen Bedingungen besonders schnell ab.

Die Zusammenarbeit mit InPlanet erweitert unsere Projektpalette für negative Emissionen. Bisher entfernen wir Kohlenstoffdioxid mit Pflanzenkohle und direkter Luftabscheidung (Direct Air Capture, DAC) aus der Atmosphäre.

Diese Versuchsstation ist eine von mehreren Methoden, mit denen InPlanet testet, wie Gesteinsmehl das Wachstum von Pflanzen verbessert.