Der Vertical Shaft Brick Kiln (VSBK) von Nevags Building Constructors produziert ab jetzt dringend benötigtes Baumaterial für Malawi. Er brennt Ziegel besonders effizient und ohne fossile Energie. Dieser Brennofen ist erst die zweite Anlage dieser Art in Malawi – und es sind noch mehr geplant.

Zur feierlichen Einweihung in Mulanje im Süden des Landes entzündeten Unternehmenschef Charles Nasala, atmosfair Projektmanager David Grüttner und Bezirksplaner Edgar Jehana gemeinsam das Feuer in einem der beiden vertikalen Schächte. Das Prinzip hinter der neuartigen Konstruktion: Die heiße Luft brennt auf ihrem Weg durch den hohen, vertikalen Schacht ungefähr 8.000 Ziegel gleichzeitig. Feuerfeste Isolierung sorgt außerdem dafür, dass so wenig Wärme wie möglich entweicht. Im Vergleich zu herkömmlichen Ziegelöfen braucht der VSBK weniger als halb so viel Energie und spart so 1.200 Tonnen CO₂ pro Jahr – so viel, wie 170 durchschnittliche Deutsche jährlich verursachen. Aus diesem Grund fördert atmosfair diese Technologie. Statt Holz verfeuert die Anlage Briketts aus Reisspelzen und Teeblatt-Resten, die in umliegenden Mühlen und Fabriken als Abfall anfallen. Rund 40 Menschen finden am VSBK Arbeit, von der Rohlingsproduktion bis zur Wartung.


Baumaterial für eine wachsende Stadt
Mehr als 300 Kilometer weiter nördlich, in der Hauptstadt Lilongwe, steht der zweite VSBK kurz vor dem Start: Ab August wird die Anlage von Fayam Limited Ziegel produzieren. „Lilongwe wächst schneller denn je“, sagt Geschäftsführer Dr. Isidore Yama. In den letzten zehn Jahren ist Malawis Bevölkerung um vier Millionen Menschen gewachsen – der Bedarf an günstigem, stabilem Baumaterial ist enorm. Die gleichmäßige Temperatur im VSBK liefert dabei qualitativ hochwertigere Ziegel als traditionelle Brennverfahren.

Der Beitrag von atmosfair
Wir fördern den Bau beider Öfen mit subventionierten Krediten und ermöglichen so die Investition in eine Technologie, die für Malawi neu ist. Kredite von Banken sind wegen der derzeitigen Wirtschaftskrise im Land sehr teuer, so dass die Öfen ohne atmosfair nicht realisiert werden könnten. Im Gegenzug erhält atmosfair die eingesparten Emissionen gutgeschrieben und gibt sie an die Förderer von Klimaschutzprojekten weiter. In Zukunft soll der Betrieb der Öfen sich wirtschaftlich selbst tragen. Dass dies möglich ist, zeigt die Tatsache, dass die VSBK-Technologie in Südasien und Südafrika bereits weiter verbreitet ist.
Zwei weitere Öfen in Planung
Es soll nicht bei den zwei Anlagen bleiben. In Blantyre und Lilongwe sollen zwei weitere Öfen ihren Betrieb aufnehmen. In beiden Städten haben wir bereits lokale Interessengruppen zu Konsultationen eingeladen. Das Interesse war groß – die Beteiligten wünschten sich vor allem eines: eine schnelle Umsetzung, damit die neuen Arbeitsplätze und das günstigere Baumaterial bald Realität werden.



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