atmosfair und Sustainology starten in Akuse eine neuartige Biogasanlage, die bis zu 40 Haushalte mit klimafreundlichem Kochgas versorgt – und dabei Abfälle aus der Lebensmittelverarbeitung, Rinderdung und die invasive Wasserhyazinthe nutzt.

Mit einem innovativen Containersystem gehen wir gemeinsam mit unserem lokalen Partner Sustainology neue Wege bei der Nutzung von Biogas. Die Pilotanlage in der ghanaischen Gemeinde Akuse lässt sich dank Fertigbauweise schnell aufbauen, da – im Gegensatz zu klassischen Biogasanlagen – keine aufwändigen Betonbauten erforderlich sind. Sie verarbeitet täglich 1,4 Tonnen organische Reststoffe zu 60 Kubikmeter Biogas, das anschließend in ballonartigen Behältern direkt zu den Haushalten transportiert wird. So kommt das System ohne aufwändige Leitungsinfrastruktur aus.

Unter dem gelben Container vergären Restbiomassen und bilden dabei energiereiches Gas. Die Mitarbeitenden von Sustainology tragen dies anschließend in grauen Behältern zu Haushalten, wo es zum Kochen genutzt wird.

„Es ist beeindruckend, zu sehen, wie die Anlage Schritt für Schritt wächst und mit wie viel Einsatz das Team von Sustainology neue Ideen voranbringt“, sagt Fabian Lauffer, Projektmanager bei atmosfair. Die Anlage spart rund 190 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Das gelingt, weil sie fossile und holzbasierte Brennstoffe ersetzt. Außerdem fängt sie Methanemissionen auf, die bei der offenen Entsorgung organischer Abfälle in die Atmosphäre entweichen würden.

Kreislaufwirtschaft eröffnet neue Perspektiven

In der Anlage bleibt ein nährstoffreicher Gärrest zurück, der später als natürlicher Dünger eingesetzt wird – angereichert mit Pflanzenkohle und Mikroorganismen, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Das verringert die Abhängigkeit lokaler Landwirtschaftsbetriebe von chemischen Düngemitteln, deren Produktion und Einsatz erhebliche Mengen an Treibhausgasen freisetzt. „In Zusammenarbeit mit atmosfair ist es uns gelungen, ein Ökosystem der Kreislaufwirtschaft aufzubauen, bei dem die Landwirte im Mittelpunkt stehen – als Kleinstunternehmen, das Arbeitsplätze und saubere Energie schafft, “ so Samiksha Satpute, Mitgründerin von Sustainology.

In den landwirtschaftlichen Betrieben von Akuse fallen große Mengen an Rinderdung an. Hier wird er für den Einsatz in der Biogasanlage vorbereitet.

Wasserhyazinthe als Ressource 

Besonders bemerkenswert ist der Einsatz der Wasserhyazinthe, die in Ghana als Umweltproblem gilt: Die Pflanze wuchert im Volta-Fluss und anderen Gewässern so rasch, dass sie Fischbestände gefährdet, indem sie ihnen Licht und Sauerstoff entzieht. In der Biogasanlage wird sie nun zur Energiequelle – ein doppelter Gewinn für den Umweltschutz.

Bewährt sich das Konzept, planen wir zunächst zehn weitere Standorte in der Region, gefolgt von einer möglichen Expansion in ganz Ghana. Die erzielten Emissionsminderungen werden durch externe Gutachter zertifiziert und sollen sich dank Corresponding Adjustments zur CO₂-Kompensation nutzen lassen. Dies sorgt für zusätzlichen Klimaschutz.