Newsletter 01/2015

Berlin, März 2015

 

Liebe Leserinnen und Leser,

2015 hat für atmosfair mit einer neuen Kooperation mit dem großen deutschen Kreuzfahrtanbieter AIDA begonnen. Getreu unserem Leitsatz „vermeiden vor reduzieren vor kompensieren“ stehen dabei  Maßnahmen im Vordergrund, die CO2 Emissionen direkt an den Schiffen reduzieren. Auch atmosfair Schirmherr Mojib Latif bringt sich in die Partnerschaft ein und knüpft an sie die Erwartung, dass die Kreuzfahrtindustrie deutlich sauberer wird.

Auch bei den Busreisen gibt es Neuigkeiten: Seit Anfang des Jahres können Kunden des größten Anbieters MeinFernbus Flixbus die CO2-Kompensation bei der Buchung gleich mit wählen. Wie die Kooperation auch die nachhaltige Mobilität in Deutschland voranbringt, lesen Sie im Newsletter.

Ihre Klimaschutzbeiträge helfen auch, ein neues Biogasprojekt in den Philippinen aufzubauen, lesen Sie dazu den Vor-Ort Bericht von Masami Fukuda.

Neben der Reisebranche trägt derzeit auch der global wachsende Frachtverkehr zu einer steigenden CO2-Belastung der Atmosphäre bei. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gab im Januar bekannt, dass sich die Menge von CO2 aus dem Frachtverkehr bis 2050 fast verdreifachten wird – ein Grund mehr für uns, die bereits bestehenden Partnerschaften mit Logistikunternehmen wie DB Schenker und Deutsche Post DHL auszubauen.

Morgen startet mit der ITB in Berlin eine der wichtigsten Messen der weltweiten Reisebranche. Kommen Sie bei atmosfair vorbei (Halle 4.1 am Stand 256), wir freuen uns auf Sie!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

Ihr Dietrich Brockhagen

Geschäftsführer atmosfair

P.S. Fragen, Anregungen und Kritik richten Sie bitte an: 

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AIDA Cruises und atmosfair:

Innovatives Klimaschutzprogramm für Kreuzfahrten

Monika Griefahn (AIDA Cruises) und Mojib Latif (atmosfair)

Monika Griefahn (AIDA Cruises) und Mojib Latif (atmosfair)

Rostock/Berlin, 27.02.2015:

AIDA Cruises und atmosfair stellen zur ITB Berlin ein Programm vor, das den Klimaschutz in der weiter dynamisch wachsenden Kreuzfahrtbranche voran bringt. Das Programm umfasst unter anderem die direkte Reduktion von CO2 Emissionen der Schiffe sowie die freiwillige CO2-Kompensation für die Kreuzfahrten.

Zwei treibende Kräfte für die Partnerschaft sind Monika Griefahn und Mojib Latif.

Monika Griefahn, Direktorin für Umwelt und Gesellschaft bei AIDA Cruises: „Klimaschutz ist ein Schwerpunkt in der Nachhaltigkeitsstrategie von AIDA. Mit dem neuen Programm setzen wir konsequent unseren Kurs als Vorreiter in der Branche fort. Neben dem perfekten Kreuzfahrterlebnis erwarten unsere Kunden dieses Engagement zu Recht von uns.“

Prof. Mojib Latif, Schirmherr von atmosfair und Leiter des Forschungsbereichs Ozeanzirkulation und Klimadynamik am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Herr Professor, Sie sind engagierter Klimaschützer und Schirmherr von atmosfair. Hat Sie die Kooperation atmosfair - AIDA überrascht?

Prof. Mojib Latif: Damit habe ich in der Tat nicht gerechnet und das hat mich positiv überrascht! Die Kreuzfahrtindustrie hat ja einen schlechten Ruf, nicht zuletzt weil sie sehr umwelt- und klimaschädliches Schweröl verfeuert; auch sie muss ihren Teil zum Klimaschutz beitragen! Wenn es Vorreiter in der Branche gibt, werden andere folgen.

Sie leiten am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel den Bereich Ozeanzirkulation und Klimadynamik: Sowohl Ozeane und Klima werden durch Kreuzfahrtschiffe belastet. Was wird nun durch die Kooperation besser?

Zweierlei: Erstens kann AIDA kompensieren. Das bedeutet: Mit dem Geld lassen sich Nachhaltigkeitsprojekte finanzieren. Das ist genau das, was atmosfair mit dem Geld macht. Zum anderen gibt es die berechtigte Hoffnung, dass die Kreuzfahrtindustrie deutlich sauberer wird. Das fängt bei den Treibstoffen und Antrieben an und geht bis zu den Liegezeiten in den Häfen. Dort kann man statt mit schädlichem Diesel die Bordenergie beispielsweise durch Wasserstoff erzeugen. Das Fernziel muss sein, dass die Kreuzfahrtindustrie irgendwann gar kein klimaschädliches Kohlendioxid mehr ausstößt Ich freue mich, dass AIDA Vorschläge von atmosfair aufgenommen hat und sich auch an der Erprobung ganz neuer Ansätze beteiligen will.“

Es ist nicht alltäglich, dass ein großes internationales Unternehmen mit einer kleinen NGO kooperiert, wie glaubwürdig ist das Programm?

Das Programm muss sich in der Realität beweisen. Sowohl atmosfair als auch Aida haben mit dieser besonderen Kooperation Neuland betreten und ein großes Fass aufgemacht. Ich hoffe, dass die großen Erwartungen Schritt für Schritt erfüllt werden.

Das Klimaschutzprogramm im Detail finden Sie hier: https://www.atmosfair.de/atmosfair-aida-klimaschutzkonzept

sowie das Nachhaltigkeitsprogramm von AIDA http://www.aida.de/aida-cruises/nachhaltigkeit/aida-cares-2014.27301.html

Bus fahren und das Klima schützen

MeinFernbus Flixbus kooperiert mit atmosfair

MeinFernbusFlixbus

Torben Greve (MeinFernbus Flixbus) und Jan-Moritz Jericke (atmosfair)

Berlin, Februar 2015:

Nun kann man nicht nur seinen Flug, sondern auch seine Busreise klimafreundlicher machen. Unser neuer Kooperationspartner MeinFernbus Flixbus bietet den freiwilligen Klimaschutzbeitrag Fahrgästen direkt bei der Buchung an. „Umweltfreundliches Reisen wird immer wichtiger. Das zeigt uns das Feedback zahlreicher Kundinnen und Kunden, die gerne mit uns ‘grün fahren’”, sagt der Geschäftsführer von MeinFernbus Flixbus Torben Greve. “Deshalb sind wir sehr froh, künftig mit atmosfair als Kompensationspartner zusammenzuarbeiten”. Auf einfache Weise könnten die Fahrgäste ihre MeinFernbus Flixbus-Reise künftig umweltschonend gestalten. Torben Greve hat bereits weitere spannende Projekte, die er  gemeinsam mit uns umsetzen will.

Und so funktioniert‘s: Die Berechnung des CO2-Ausstoßes richtet sich nach einer Kilometerpauschale, die atmosfair aus Daten errechnete, die MeinFernbusFlixbus zur Verfügung stellte. MeinFernbus Flixbus sammelt die gezahlten freiwilligen Klimaschutzbeiträge und überweist diese an atmosfair.  Die eingenommenen Mittel fließen dann in unsere Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern, aber auch in ausgewählte Vorhaben in Deutschland.

Denn zusätzlich ist in dem Klimaschutzbeitrag der Fahrgäste ein Obolus für CO2-Vermeidungsprojekte in Deutschland enthalten. Mit diesem sollen zum Beispiel Elektrobusse für gemeinnützige Organisationen (z.B. Johanniter, DRK, Malteser) zum Krankentransport finanziert werden. Ziel der Förderung sind auch Schulbusse oder Buslinien, für die es keine öffentliche Finanzierung (mehr) gibt. Dazu gehören auch die so genannten „Bürgerbusse“, die fehlenden öffentlichen Personennahverkehr ersetzen.

Wir wollen gerade dort Kompensationsleistungen anbieten, wo derzeit noch unvermeidbar CO2 entsteht. „Mobilität mit Klimaschutz zu vereinen, ist eine Langfristaufgabe. Für die nötige Transformation Deutschlands zu einem praktisch CO2-freien Land muss die Energiewende auch im Verkehr greifen”,  meint Dietrich Brockhagen, Geschäftsführer von atmosfair. „Wir sind froh, zusammen mit MeinFernbus Flixbus innovative Ansätze gefunden zu haben, um transformative Klimaschutzprojekte für eine nachhaltigere Mobilität in Deutschland umzusetzen.“

Klimaschutz zum Anklicken

atmosfair kooperiert mit Hofer Reisen in Österreich

Wien, Januar 2015:

Ab sofort können Reisende bei dem großen Anbieter Hofer Reisen ihre Flüge direkt bei der Online-Buchung der Reisen kompensieren. Während des Bezahlvorgangs wählt der Kunde dazu bequem per Mausklick neben z.B. der Reiseversicherung auch seinen Klimaschutzbeitrag aus. Die Kooperation mit Hofer Reisen brachte atmosfair 2014 auf den Weg.  Der Reiseanbieter zielt auf Kunden des klassischen Pauschaltourismus. „Nachhaltigkeit und Klimaschutz darf nicht in der die ökologischen Nische bleiben“ freut sich Mitarbeiterin Lina Tabea Maguhn, die bei atmosfair die Partnerschaft betreut.

Immer mehr blaue Biogas-Tonnen

Neuigkeiten und Eindrücke vom Projektbesuch auf den Philippinen

Maria_Philippinen

Erste Kochversuche auf dem neuen Gasofen (Philippinen)

Cabugao Oeste, Dezember 2014:

Bis kurz vor Weihnachten war atmosfair-Mitarbeiter Masami Fukuda in Cabugao Oeste auf den Philippinen, um den Aufbau der Biogasanlagen für unser Pilotprojekt zu begleiten. Inzwischen wurden in insgesamt 26 Haushalten Biogasanlagen aufgestellt und in Betrieb genommen. Die blauen Tonnen der Anlagen sind im Ort bereits zwischen vielen Häusern zu sehen.

Ich war insgesamt 3 Monate bei unserem Projektpartner und habe dort wichtige Informationen über die Anlagen gesammelt; zum Beispiel wie viel Biogas eine Anlage produzieren kann, wie viel Gas die Frauen pro Tag zum Kochen brauchen, und worauf bei der Wartung der Anlagen besonders geachtet werden muss“, berichtet Masami. „Diese Informationen sind besonders wichtig, weil wir mit einem neuen Anlagentyp arbeiten wollen, über den es noch kaum Daten gibt. Außerdem habe ich das Team vor Ort beim Bau und der Inbetriebnahme der Anlagen unterstützt und den Leuten gezeigt, wie man die Anlagen benutzt.“

In den Philippinen wurde Masami von der Projektpartnerin Maria Banico herzlich empfangen und bekam neben den Messdaten auch einen guten Einblick in die Projektorganisation und das Leben der Menschen. „So konnte ich z.B. beim Bau der Biogasanlagen von Raymond und Melanie mit dabei sein. Dabei habe ich besonders gestaunt, wie die gesamte Familie tatkräftig bei der Aufstellung der Biogasanlagen mitgeholfen hat. Nur 10 Tage später erzählte mir Melanie mit einem Lächeln im Gesicht, dass sie von dem ersten produzierten Biogas Fisch frittiert habe und es einwandfrei geklappt hat. Es war wirklich schön zu sehen, wie jeder einzelne Haushalt dazu beigetragen hat, das Pilotprojekt voran zu treiben.“

Die ersten Eindrücke vor Ort und die Rückmeldungen der Benutzer stimmen zuversichtlich. Auf die Frage, inwiefern das Biogas ihr Leben sowie Kochgewohnheiten verändere, antworte eine glücklichere Nutzerin: „Bevor die Kinder morgens zur Schule gehen, koche ich ihnen ein Lunch-Paket. Mit dem Biogaskocher geht das morgens viel schneller und das spart Zeit im Vergleich zur bisherigen Kochstelle.“

Inzwischen ist unsere Projektpartnerin Maria Banico nach der Weihnachtspause wieder in Cabugao Oeste, um weitere Anlagen zu bauen. In kurzer Zeit sollen dann insgesamt 50 Haushalte mit Biogasanlagen ausgestattet sein.

Öfen für das Mugombwa Flüchtlingscamp

Training der Haushalte zur Nutzung der Save80-Öfen

Mugombwa (Rwanda), Februar 2015:

Amashyiga Asanzwe – so nennen die Bewohner des Flüchtlingscamps Mugombwa in Rwanda ihr traditionelles 3-Steine-Feuer. Die von UNHCR bereit gestellten Holzrationen reichen jedoch in den meisten Haushalten zum Kochen nicht aus. Hauptgrund dafür ist der hohe Holzverbrauch beim Kochen auf offenem Feuer über drei Steinen.

Daher haben unser Country-Manager Allan Mubiru und Mitarbeiter von UNHCR in den letzten Wochen daran gearbeitet, dass langfristig 1.700 Haushalte ihr 3-Steine Feuer durch einen Save80 Ofen ersetzen. atmosfair hat dafür gesorgt, dass die Flüchtlinge aktiv in die Verteilung und das Nutzertraining der neuen Save80 Öfen einbezogen werden. Die neue Technologie soll ihnen so zugänglich und vertraut gemacht werden.

Im Januar fand dazu eine Kampagne für die Schulung von Nutzern statt. Dabei ging es um die sachgerechte Nutzung der Öfen  wie auch darum, die Öfen richtig zusammenzubauen. In großen Versammlungen wurden die neuen Nutzer zunächst über die Vorteile des Save80 informiert. Da im Januar und Februar sehr viele Öfen an die Flüchtlinge verteilt wurden, gab es zusätzliche Seminare zum Thema Kochen, Umwelt und Klima. Insgesamt 42 Nutzer wurden zu Kochexperten geschult, die ihr neu erworbenes Wissen nun an andere Haushalte weitergeben.

Zum Abschluss absolvierten die Nutzer einen finalen Test. Dabei mussten sie einen Liter Wasser mit dem bereitgestellten Holz zum Kochen bringen und Fragen zu der Zubereitung der wichtigsten Gerichte beantworteten. Erst nachdem die Teilnehmer die Prüfung erfolgreich bestanden hatten, erhielten Sie ihr  persönliches Save80 Set geschenkt.

In den nächsten 6 Monaten werden atmosfair und das UNHCR-Team sowie die ausgebildeten Save80 Experten regelmäßig überprüfen, wie die Öfen genutzt werden und welche Probleme die Nutzer gegebenenfalls im Umgang mit den Öfen haben.

„Es bleibt noch ein langer Weg, aber wir werden immer besser und die Rückmeldungen von Bewohnern und UNHCR machen deutlich, wie wichtig unser Beitrag für alle hier ist.“ sagt Allan Mubiru, atmosfair Country Manager in Ruanda.

Frachtverkehr gefährdet Klimaziel

Steigende CO2-Belastung

Der unaufhaltsam steigende Warenverkehr rund um den Globus gefährdet die globalen Klimaziele. Davor warnt eine Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD. Danach soll sich das internationale Frachtvolumen bis 2050 vervierfachen – ausgehend von 71 Milliarden Tonnenkilometern im Jahr 2010. Auch die Entfernung, die die internationale Güterfracht zurücklegt, werde bis 2050 um zwölf Prozent steigen.

Der  weiter zunehmende Güterverkehr stelle, heißt es weiter, eine enorme Belastung für das Klima dar. So schätzen die Experten der OECD, dass sich die CO2-Emissionen aus dem Frachtverkehr bis 2050 fast verdreifachten, was die "Klimaziele ernsthaft untergraben" könne.

Der Trend zu immer längeren Transportwegen setzt sich auch in Deutschland fort. Laut der aktuellen Prognose des Bundesverkehrsministeriums steigt das Güterverkehrsaufkommen in Deutschland von 2010 bis 2030 um 18 Prozent, die Transportleistung im Lande um 38 Prozent. Im gesamten Güterfernverkehr würden die mittleren Transportweiten von 2010 bis 2030 um 17 Prozent von 164 auf 192 Kilometer zulegen.

atmosfair versucht schon seit Längerem, mit Kooperationen im Transportsektor diesem Trend entgegen zu wirken. In den vergangenen Jahren konnten wir große Dienstleister wie DB Schenker und Deutsche Post DHL für ein Klimaschutz-Engagement gewinnen. Ende Dezember 2014 konnte sich im afrikanischen Lesotho der 10.000ste Nutzer über einen hocheffizienten Ofen freuen. Mit dem Verkauf des ersten effizienten Ofens im Juni 2011 startete die Kooperation zwischen atmosfair und DHL. Das Post-Unternehmen hat die komplette Projektfinanzierung übernommen, atmosfair alle Arbeiten vor Ort: vom Aufbau der Strukturen  über die Beschaffung der Komponenten für die hocheffizienten Ofensets bis hin zur jährlichen Überprüfung der tatsächlichen CO2-Einsparungen. Damit entschied sich DHL für ein finanziell langfristiges Engagement mit einer 10-jährigen Projektlaufzeit und übernahm alle Risiken. Im Gegenzug kann der Logistikkonzern die  CO2-Minderungen aus dem gemeinsamen Klimaschutzprojekt für die CO2-Kompensation in seinem Produkt GoGreen nutzen. Angesichts des global wachsenden Güterverkehrs müssen diese Kooperationen zukünftig noch gestärkt werden, wenn Klimaschutz international wirklich gewollt ist. Gleichzeitig ist hier die Politik gefragt. Sie muss langfristig dafür sorgen, dass Waren nicht unnötig lange Wege zurücklegen. 

atmosfair auf der ITB 2015

Halle 4.1, Stand 256

Auch in diesem Jahr präsentiert sich  atmosfair  auf Internationalen Tourismus Börse (ITB) vertreten. Besuchen Sie uns in Halle 4.1 am Stand 256 und informieren Sie sich über unsere aktuellen Angebote und Klimaschutzprojekte. Unser Team steht Ihnen von Mittwoch bis Sonntag gerne zur Verfügung.