Lesotho : Effiziente Öfen

Gesamteinsparung: 20.000 Tonnen CO₂ pro Jahr, gemittelt über 10 Jahre
Technologietransfer: Effiziente Öfen sparen 80% Energie ein
Lokale Umwelt: Weniger Rauchentwicklung, Vermeidung von Abholzung
Weitere Vorteile: Niedrigere Kosten für Haushaltsenergie
Projektfinanzierer: Deutsche Post DHL
Lokaler Partner: Solar Lights, Save80 Climate Protection Group

Projektstatus Lesotho

Dieses Projekt wird durch das Programm GoGreen der Deutschen Post DHL Group finanziert, es werden keine Klimaschutzbeiträge aus der freiwilligen Kompensation von Flügen etc. verwendet.

Fairtrade Carbon Credits ermöglichen eine stärkere Teilhabe der Dorfgemeinschaften in Klimaschutzprojekten. Die vom Fairtrade Klimastandard geförderten und geforderten Maßnahmen zur Selbstverwaltung, stabile Mindestpreise für die Credits sowie die Zahlung der Fairtrade Prämie stärken die Gemeinschaften in Lesotho und unterstützen die Gruppen bei der Anpassung an den Klimawandel. Im Jahr 2016 wurden 10.076 Fairtrade Carbon Credits generiert. Dies entspricht fast 50% der gesamten generierten Emissionszertifikate des Lesotho Projektes in 2016. Das Lesotho Projekt ist damit das weltweit erste zertifizierte Projekt nach den strengen Auflagen des Fairtrade Klimastandards. In den Folgejahren soll der Anteil an Fairtrade Carbon Credits erhöht werden.

 


Brennholz schwindet

Der Busch in Lesotho verbrennt – nicht schlagartig, sondern langsam in den vielen Kochstellen des Landes. Um die Nachfrage nach Brennholz sicherzustellen, werden weite Teile des Buschwaldes abgeholzt, mehr als nachwachsen kann. In den letzten 25 Jahren hat so das Land bereits zwei Drittel des Bestands verloren. Bei gleichbleibendem Verbrauch wäre Lesotho in 15 Jahren entwaldet.

Blick auf das Hochplateau in Lesotho

Blick auf das Hochplateau in Lesotho: Die überwiegende Fläche des Landes ist geprägt von den Hochebenen. Das Land liegt als einziger Staat der Erde komplett über 1000m hoch, nur 11 Prozent der Fläche kann landwirtschaftlich genutzt werden.

Mit effizienten Öfen das Ökosystem schonen

Um den Verbrauch der natürlichen Ressource Holz zu senken, fördert atmosfair den Verkauf von hocheffizienten Holzöfen vom Typ „Save80". Diese Öfen benötigen etwa 80 Prozent weniger Holz zum Kochen.

 

Für die Bevölkerung ergeben sich dadurch gleich mehrere Vorteile: Einen großen Teil der Ausgaben für Brennstoff können die Familien in Zukunft sparen. Gleichzeitig verringert sich der gesundheitsschädliche Rauch, von dem besonders Frauen und Kinder betroffen sind. Zusätzlich wird die flächendeckende Abholzung des Landes eingedämmt und so eine weitere Erosion der Landschaft verhindert. Aber der von atmosfair ermöglichte Einsatz der neuen Öfen hilft auch global: Jeder Ofen spart pro Jahr etwa 2 bis 2,5 Tonnen CO2 ein, mehr als ein Mittelklassewagen mit einer Jahresfahrleistung von 10.000 Kilometern ausstößt.

Unsere Partner

Das Projekt wird durch die Finanzierung durch die Deutsche Post DHL Group ermöglicht. Der Save80-Ofen wird als Bausatz nach Lesotho geliefert. Auch hier ist die Deutsche Post DHL Group ein guter Partner. Der Logistiker übernimmt den Versand von Haustür zu Haustür. In Zusammenarbeit mit der lokalen Organisation Solar Lights in Lesotho werden die Öfen produziert und über ein regionales Vertriebsnetz ausgeliefert. Speziell für Lesotho fügte der Hersteller dem Set einen gusseisernen Topf hinzu. Nötig war dies, da sich die bevorzugte Speise in Lesotho (Maisbrei) in den klassischen Edelstahltöpfen schlechter zubereiten lässt. Ein Set besteht somit aus insgesamt drei Töpfen inklusive passendem Deckel, dem Save80 Ofen und einem Warmhaltebehälter. Aber auch nach der Auslieferung werden die Nutzer weiter betreut: Solar Lights sichert mit einer umfassenden Garantie und seinem lokalen Vertriebsnetz die Nutzung der Öfen über viele Jahre hinweg.

GoGreen und der Fairtrade Klimastandard

Die CO2-Einsparungen werden für den GoGreen-Versand genutzt, mit dem die Kunden von Deutsche Post und DHL ihre Sendungen klimafreundlich verschicken können. Und damit die GoGreen-Kunden sicher sein können, dass das Projekt auch funktioniert, führt es atmosfair nach dem CDM Gold Standard durch. UN-akkreditierte Prüfer zertifizieren die tatsächlichen CO2-Einsparungen sowie die positiven Effekte für die lokale Bevölkerung und haften dabei für jeden Fehler.

Um die Teilhabe der lokalen Bevölkerung in den Klimaschutzprojekten weiter zu stärken, hat Fairtrade International in Zusammenarbeit mit der Gold Standard Stiftung einen neuen und zusätzlichen Standard für Klimaschutzprojekte entwickelt, der auf die Gold-Standard Zertifizierung aufbaut: den Fairtrade Klimastandard. Das Projekt in Lesotho ist das erste Projekt, das nach den Auflagen des neuen Standards zertifiziert wurde.

Gemeinschaften im globalen Süden werden durch den Standard bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Die Nutzer der Save80 Öfen in Lesotho haben sich seit Beginn des Projektes bereits in Dorfgemeinschaften organisiert. 2016 wurde die Dachorganisation Save80 Climate Protection Group gegründet – der nationale Zusammenschluss der Save80 OfennutzerInnen in Lesotho. Gemeinsam mit Solar Lights setzt die Organisation das Projekt vor Ort um. In Zukunft erhält die Organisation einen stabilen Mindestpreis für die verkauften Klimazertifikate und zusätzlich eine Fairtrade Prämie pro Fairtrade Carbon Credit, um Maßnahmen zur Selbstverwaltung und zur Anpassung an den Klimawandel umzusetzen. Weitere Informationen zu dem Fairtrade Klimastandard finden Sie auf der Website von Fairtrade Deutschland und Fairtrade International

Ihr Ansprechpartner bei atmosfair

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Claudia Schonter | Managerin Klimaschutzprojekte

M.Sc. Integrated Natural Resource Management

☎ +49 (0) 30 120 84 80 - 63
[email protected]