Südafrika : Solarthermische Heizungsanlagen und Effizienzmaßnahmen für Behausungen in Kuyasa

Gesamteinsparung: 6.500 Tonnen CO2 pro Jahr, gemittelt über 5 Jahre
Technologietransfer: Technologien zur Förderung der Energieeffizienz in Häusern im Township Kuyasa
Lokale Umwelt: Weniger Rauchentwicklung, Reduktion der Energienachfrage, Weniger Energiebedarf aus nicht-erneuerbaren Energiequellen
Weitere Vorteile: Niedrigere Ausgaben für Elektrizität und Brennstoffe zur Beheizung der Räume, Verringerung des Risikos von Erkrankungen, Schaffung von Arbeitsplätzen zur Installation und Wartung der solarbetriebenen Wassererhitzer
Projekt partner: South South North

Status Südafrika Kuyasa

Kalte Hütten in Khayelitsha

Nur knapp 30 Kilometer vom Zentrum der Metropole Kapstadt entfernt, befindet sich das Township Khayelitsha. Der Ort bedeutet „Neue Heimat“ und wurde während des dunklen Kapitels der südafrikanischen Apartheid gegründet. Laut des letzten südafrikanischen Zensus in 2011 leben heute offiziell rund 400,000 Einwohner in Khayelitsha. Inoffizielle Schätzungen gehen jedoch von mehr Einwohnern aus, wobei die vorhandene Infrastruktur lediglich für die Versorgung von 250,000 Menschen ausgelegt ist. Die Mehrheit der Menschen lebt unter der Armutsgrenze und eine Vielzahl immer noch in informellen Behausungen. Unter dem Wiederaufbau und Entwicklungsprogramm in den 1990er Jahren wurden vielerorts formelle Behausungen gebaut, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Nichtsdestotrotz sind viele Gebäude weiterhin schlecht isoliert, verfügen über eine fluktuierende Elektrizitätsversorgung und weisen eine schlechte Energiebilanz auf. Viele Menschen nutzen aus diesem Grund weiterhin überwiegend Paraffin oder Holz, um die Innenräume der Gebäude zu heizen. Die schlechte Isolierung der Gebäude trägt jedoch dazu bei, dass die Innenräume vieler Gebäude insbesondere im Winter feucht und kalt sind.  Diese Lebensbedingungen haben schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner. Insbesondere die Atemwege der Menschen werden stark belastet. Dies führt in vielen Fällen zu schwerwiegenden Erkrankungen.

Haus Panorama

Strassenbild im südafrikanischen Kuyasa, Menschen, die am Projekt teilgenommen haben berichten zufrieden vom verbesserten Leben mit einem Solar- warm-Wasser- Bereiter auf ihrem Dach

Warmes Wasser und warme Häuser mit Energieeinsparungen vereint

Das Kuyasa Projekt hat sich zum Ziel gesetzt die Energiebilanz von Haushalten mit niedrigem Einkommen deutlich zu verbessern und gleichzeitig klare soziale und gesundheitliche Vorteile für die lokale Bevölkerung zu schaffen. Dabei werden die Decken der Gebäude besser isoliert, die Beleuchtung energieeffizienter gestaltet und solarbetriebene Wassererhitzer installiert. Auf der einen Seite werden somit Treibhausgasemissionen eingespart. Auf der anderen Seite wird der Stromverbrauch der Haushalte deutlich reduziert. Diese Win-Win Situation führt zu einer deutlichen Verringerung der Energiearmut in den einzelnen Gemeinden und zu einer Steigerung des verfügbaren Haushaltseinkommens. Weitere Vorteile der verbesserten Energieeffizienz und der damit einhergehenden Reduzierung der Nutzung von Paraffin oder Holz zum Heizen und somit insbesondere die Reduzierung von Atemwegserkrankungen, Kohlenstoffmonoxidvergiftungen sowie des Brandrisikos in den privaten Haushalten. Dadurch erzielt das Projekt nicht nur klare Emissionsreduktionen sondern birgt insbesondere soziale Verbesserungen im Hinblick auf die generellen Lebens- und Gesundheitsbedingungen der Menschen in Khayelitsha.

Unser Partner

Eine weitere Besonderheit des Projektes ist, dass es sich um das erste CDM registrierte Projekt in Afrika sowie das weltweit allererste Gold Standard Projekt handelt. Der Projektpartner und Mitinitiator dieses Pionierprojektes ist die südafrikanische gemeinnützige Organisation South South North, die für die Projektimplementierung vor Ort sowie das Monitoring verantwortlich ist. Die Implementierung und Installation der energieeffizienten Technologien startete bereits in 2008. Bis heute wurde die Energieeffizienz von rund 2.300 Häusern durch die Nachrüstung von solarbetriebenen Wassererhitzern, Isoliermaterial und Glühbirnen deutlich verbessert. Aufgrund von finanziellen und organisatorischen Hürden konnten die bisher generierten Emissionszertifikate noch nicht ausgegeben werden. atmosfair unterstützt South South North insbesondere bei den weiteren Schritten im Rahmen  des Verifizierungsprozesses unter dem CDM und Gold Standard. Der Erfolg des Pionierprojektes in Khayelitsha im Hinblick auf Technologie und die einhergehenden sozialen und gesundheitlichen Verbesserungen  führte dazu, dass an weiteren Orten in Südafrika sowie in anderen Ländern ähnliche Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz von Privathaushalten durchgeführt wurden.

 

Ihr Ansprechpartner bei atmosfair

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Nele Erdmann | Managerin Klimaschutzprojekte

Dipl. Wi.-Ing. Energie- und Umweltmanagement

☎ +49 (0)30 627 35 50 - 16
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