Zusammenfassung

Gesamteinsparung :43.000 Tonnen CO₂ pro Jahr
Technologietransfer :Effiziente Öfen: Mirt Öfen (Backen der traditionellen Injera-Fladen) und Tikikil Öfen (tragbare Haushaltsöfen)
Lokale Umwelt :Reduktion der Raumluftverschmutzung und der Entwaldung
Weitere Vorteile :Abnahme der Entwaldung bedingt eine Abnahme der Bodenerosion, den Schutz von Wasserressourcen und von Biodiversität Geringere Ausgaben für häusliche Energie, Zeitersparnis
Projektpartner :World Food Programme Ethiopia

Verbesserung der Nahrungsmittelsicherheit und Lebensgrundlagen

Traditionelle Kochmethoden wie das Drei-Steine-Feuer haben direkt zu Äthiopiens hoher Entwaldungsrate und zur Gefährdung der einmaligen Biodiversität beigetragen und die Gesundheitsbedingungen und Lebensqualität stark beeinträchtigt. Die Rauchbildung verursacht Atemwegserkrankungen, das Feuerholz sammeln ist zeitaufwändig und der Zukauf teuer.

Um sich dieser dringenden Situation anzunehmen und den Teufelskreis von Feuerholzabhängigkeit, geringer Lebensqualität und Umweltzerstörung zu brechen, wurde das Projekt “Fuel Efficient Stoves for Ethiopia” ins Leben gerufen. Diese freiwillige Energieeffizienzinitiative ersetzt die schädlichen Kochmethoden durch effiziente Öfen. Ungefähr 200.000 dieser Öfen wurden zu stark subventionierten Preisen an Haushalte und Schulen in den Regionen Tigray, Amhara, Oromia und der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker (engl.: SNNPR) geliefert, sowie an Flüchtlingscamps in Gambela, Benishangul und Afar. Da sie nur 50% des Holzes benötigen, halbieren die effizienten Öfen die Ausgaben für Feuerholz, verringern die Zeit, dieses zu sammeln, und reduzieren die Abholzung des Waldes. Zusätzlich hält die effizientere Verbrennung die Luft sauber, sowohl für die Atemwege der Haushaltsmitglieder als auch für eine gesunde globale Atmosphäre.

Trotzdem waren Effizienz und ein sauberer Betrieb nicht die einzigen Gesichtspunkte bei der Entwicklung der Öfen. Es war ebenso wichtig die kulinarischen Traditionen der Nutzer aufrechtzuerhalten und zu schützen. Daher wurden zwei verschiedene Modelle entwickelt und lokal produziert. Der erste ist der Mirt Ofen, auf welchem das traditionelle Injera-Fladenbrot gebacken werden kann. Die Nutzer können dazu außerdem einen Aufsatz erwerben, der die Zubereitung von Saucen ermöglicht. Als Höhepunkt dieses traditionellen, aber innovativen Modells, hat die Umweltversträglichkeitsprüfung für die Nutzung des Mirt Ofens ergeben, dass schädliche Substanzen wie CO um bis zu 92% reduziert werden. Das zweite Modell heist Tikikil und ist ein tragbarer Ofen, auf welchem der Rest der Kochbedürfnisse gedeckt werden kann. Die ersten Monitoringberichte zeigten eine Produktakzeptanz von mehr als 97%.

Klimavorteile zählen außerdem zu einem wichtigen Teil des Projektes, denn die hohe Energieeffizienz der neuen Öfen führt zu wesentlich geringeren CO₂ Emissionen. Die erwartete jährliche Emissionsreduktion ist äquivalent zu den jährlichen Emissionen von rund 21.548 Mittelklassewagen oder 3.747 Personen aus Westeuropa. Diese Emissionsreduktionen sind zertifiziert unter dem Clean Development Mechanism (als Teil der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, oder UNFCCC) und dem Gold Standard, der vor allem die sozialen und ökologischen Verbesserungen verifiziert. Durch den Verkauf dieser Kohlenstoff-Zertifikate kann die Initiative weiterhin unterstützt werden.

Unsere Partner

Das Programm für die effizienten Öfen in Äthiopien startete 2014 als eine freiwillige Initiative des World Food Programme Ethiopia (WFP). Es unterstützt die Regierungspläne für eine klimaresiliente, grüne Ökonomie (Climate Resilient Green Economy Strategy) sowie den Investitionsplan für effiziente Öfen 2012-2015 (Fuel Wood-Efficient Stoves Investment Plan). Dazu arbeitet der WFP eng mit der regionalen Regierung und den relevanten nationalen Ministerien, wie dem Ministerium für Wasser und Energie, dem Landwirtschaftsministerium, dem Bildungsministerium und dem Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft zusammen, sowie mit wichtigen Interessensvertretungen wie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Die Initiative reiht sich außerdem in die Arbeit des WFP ein und ergänzt Projekte wie MERET (Managing Environmental Resources to Enable Transitions), das Programm für Geflüchtete und das Programm für Schulessen. Durch jedes von ihnen hat der WFP die Bedeutung bestärkt, Synergien aus dem Management natürlicher Ressourcen, Schutz- und Bildungsaktivitäten aufzubauen, um gefährdete Populationen besser zu unterstützen. In diesem Fall fokussiert sich der WFP nicht nur auf die Lebensmittelversorgung, sondern auch auf einen gesunden, sicheren und umweltfreundlichen Vorbereitungsprozess.

atmosfair hatte für den WFP von der frühen Planungsphase im Jahr 2011 bis zum Jahr 2018 eine beratende Rolle eingenommen. Ende 2018 trat atmosfair als offizieller Partner dem “Fuel Efficient Stoves for Ethiopia” Programm bei.

Ihre Ansprechpartnerin bei atmosfair

Nele Erdmann
Managerin Klimaschutzprojekte
Dipl. Wi.-Ing. Energie- und Umweltmanagement
+49 (0)30 120 84 80 - 63