Zusammenfassung

Technologietransfer :Holzvergaser zur Stromerzeugung
Lokale Umwelt :Ersatz von Dieselgeneratoren
Projektpartner :Tahuamanu S.A., Ankur Scientific

Teure, klimaschädliche und zeitintensive Dieselversorgung

Im Amazonas-Regenwald im Norden Boliviens basiert die Stromversorgung fast ausschließlich auf Dieselgeneratoren, da die abgelegene Region nicht an das nationale Stromnetz angebunden ist. Das ist teuer und CO₂-intensiv; außerdem muss der Treibstoff über viele hundert Kilometer auf Schotterpisten herangeschafft werden.

Restbiomasse zur Stromversorgung

Eine nachhaltige Alternative zu Strom aus Dieselgeneratoren ist die Nutzung von Restbiomasse. Die Region ist der weltweit wichtigste Produzent von Paranüssen, welche aus Wildbeständen im Regenwald gesammelt und in der Provinzhauptstadt Cobija zum Export vorbereitet werden. Dabei fallen jährlich 5000 t an holzigen Schalen an, die sich hervorragend zur Stromproduktion nach dem Holzvergaserprinzip eignen. atmosfair konnte dem Betreiber des Schälwerks die indische Technologie vermitteln, welche auch im atmosfair-Projekt in Burkina Faso zum Einsatz kommt. Seit 2013 ist das 700 kW-Kraftwerk fertiggestellt. Es kann ca. 1000 Haushalte mit Strom versorgen und 1,4 Mio. Liter Diesel einsparen.

Unsere Partner

Die Paranussschalen werden von dem bolivianischen Paranuss-Exporteur Tahuamanu S.A an das Kraftwerk geliefert. Für die Anwendung des Holzvergaserprinzips wird das Kraftwerk von dem indischen Partner Ankur Scientific beraten und unterstützt.

Letzter Stand

Bedauerlicherweise lief das Kraftwerk bisher nur im Probebetrieb. Entgegen früherer Zusicherungen verweigert die Zentralregierung dem privaten Unternehmen die Genehmigung, den grünen Strom ins lokale Stromnetz einzuspeisen. Zwar hatte das Projekt auf lokaler Ebene die volle Unterstützung, da der Strom im überlasteten lokalen Netz dringend benötigt wird. Allerdings setzt die Zentralregierung generell auf Verstaatlichung, sodass private Unternehmen es nicht leicht haben. Das hat in diesem Fall leider negative Konsequenzen für die nachhaltige Gestaltung der Stromversorgung.