Die einzelnen Treibhausgase

Die einzelnen Treibhausgase

Der Flugverkehr trägt durch eine Vielzahl von Schadstoffen und unterschiedlichen Effekten zum Treibhauseffekt bei. Sein Anteil am gesamten menschengemachten Treibhauseffekt wird derzeit auf rund 9% geschätzt. Die folgende Tabelle zeigt, wie sich diese 9% nach neuesten Forschungsergebnissen auf die einzelnen Schadstoffe aufteilen.

 

Rußpartikel

Partikel

Schadstoff

Effekt

geschätzter Anteil am gesamten anthropogenen Treibhauseffekt, global gemittelt (in %, Werte gerundet)

Strahlungsantrieb (in mW/m2)

CO2

Direkt

+1,6

+25,3

NOx(Stickoxide)

Ozonbildung

+1,4

+21,9

NOx(Stickoxide)

Abnahme von Methan

-0.7

-10,4

Wasserdampf

Direkt

+0,1

+2

Sulfatpartikel

Kühlung durch Abschirmung

-0,2

-3,5

Direkt

+0,2

+2,5

Bildung von Kondensstreifen

+0.6

+10

Partikel

Bildung hoher Schleierwolken aus Eis (Zirruswolken)

ca. +3,4 (2-5)

ca. +55 (30 bis 80)

Gesamt

ca. +6,5 (5–8)

ca. +102,8 (77,8 bis 127,8)

 

 

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Quellen:

Flugverkehrseffekte: European Commission, Air pollution research report 83, European Conference on Aviation, Atmosphere and Climate (AAC), Proceedings of an International Conference Friedrichshafen, Germany, 30 June to 3 July 2003, edited by Robert Sausen (DLR), Christine Fichter and Georgios Amanatidis (European Commission).

Gesamter Treibhauseffekt: “Climate Change 2001: The Scientific Basis”, Contribution of Working Group I to the Third Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), J. T. Houghton, Y. Ding, D. J. Griggs, M. Noguer, P. J. van der Linden and D. Xiaosu (Eds.), Cambridge University Press, UK.

 

Kohlendioxid gilt als wichtigstes Klimagas. Es entsteht immer, wenn Biomasse - insbesondere Holz - oder fossile Brennstoffe – also Erdöl, Kohle oder Erdgas – verbrannt werden. Kohlendioxid bleibt etwa 100 Jahre in der Atmosphäre und verteilt sich global.

 

Stickoxide sind komplizierter. Zum einen führen sie entlang der großen Flugkorridore zu Ozonbildung, wodurch großflächig weitere Fenster des Treibhausdachs zugeklappt werden. Andererseits stoßen Stickoxide aber auch kleine Lüftungsklappen wieder auf, indem sie das Treibhausgas Methan zerstören. Doch summa summarum ist der erste Effekt größer, so dass auch Stickoxide das Treibhaus Erde anheizen.

 

Und schließlich entstehen in relativ großen Höhen aus den Flugzeugabgasen auch noch Kondensstreifen und Zirruswolken – hohe Schleierwolken aus Eis. Sie bilden sich entweder, wenn ein alter Kondensstreifen auseinander fließt oder wenn an winzigen Teilchen aus dem Flugzeugtriebwerk Wasser bei hoher Luftfeuchtigkeit kondensiert. Wenn sich die neuen Forschungsergebnisse insbesondere zu den Zirruswolken bestätigen sollten, müsste der Faktor für die Höhenwirkung des Flugverkehrs von derzeit 3 auf bis zu 5 angehoben werden.