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atmosfair-Schirmherr Prof. Dr. Klaus Töpfer
"Klima schützen mit atmosfair"
Deutschland: Energiesparen an Schulen
| Gesamteinsparung: | 10 bis 50 Tonnen CO2 pro Schule jährlich. Diese werden nicht für atmosfair angerechnet. | |
| Wissenstransfer: | Know-how für energiesparendes Nutzerverhalten. | |
| Wie viele Schulen: | Mittlerweile 15 Schulen. | |
| Arbeitsplätze: | Ein externer Energieexperte pro Schule mit ca. 8 Vormittagen im Jahr. | |
| Projektpartner: | Initiative fifty/fifty, durch das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) e.V. in Kooperation mit dem Bundesverband für Schule Energie Bildung (BV SEB) | |
Was ist fifty/fifty?
Fifty/fifty ist eine freie Initiative an über 3500 Schulen in Deutschland. Dabei erhalten die teilnehmenden Schulen 50% der durch bewusstes Nutzerverhalten eingesparten Energiekosten zur freien Verwendung. Die anderen 50% verbleiben beim Schulträger. Dieser Anreiz trägt zum Umwelt- und Klimaschutz sowie zur Senkung der Kosten bei. Klima und Energie wird dabei Gegenstand des Unterrichts, von Projekttagen, Arbeitsgemeinschaften und Exkursionen.
Wie werden die Einsparungen erzielt?
Schüler, Lehrer und Hausmeister sind aufgefordert, durch einfach durchführbare Energiesparmaßnahmen Wärme und Strom zu sparen. Es geht nicht um Energieeinsparungen mit hohem Investitionsbedarf, z.B. Wärmedämmung der Fassade, Einbau neuer Fenster oder Anschaffung einer modernen Heizungsanlage, sondern um energiebewusstes Alltagshandeln bei der Benutzung von Thermostatventilen, Lampen, sonstigen elektrischen Geräten und beim Lüften. Und es geht um den richtigen Einsatz der vorhandenen Heizungs-, Energie- und Regelungstechnik. Hierzu gehört z.B. Nacht-, Wochenend- und Ferienabsenkung der Temperatur, sinnvolle Schaltung der Beleuchtung in Fluren und Treppenhäusern und die Reduzierung der Beleuchtungsstärke auf die vorgegebenen Werte.
Wie läuft fifty/fifty ab?
Zunächst schließen Schule und Schulträger eine Vereinbarung über die Durchführung von fifty/fifty ab. Der Schulträger berechnet aus den Verbrauchsdaten der vergangenen Jahre die Startwerte. Die Schule organisiert die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen im Rahmen des Unterrichts, von Schüler-AGs oder Projekttagen. Dabei sollen möglichst alle Nutzer (Schüler, Lehrer und Hausmeister, evtl. auch Eltern und Vereine) einbezogen werden. Am Ende einer Periode (üblicherweise ein Jahr) werden die Einsparergebnisse berechnet und die Prämie ausgezahlt.
Wofür wird Ihr Beitrag verwendet?
Um erfolgreich zu sein, benötigen die Schulen eine qualifizierte fachliche Betreuung. Ihr Beitrag geht an die Energieexperten, die die Schulprojekte vor Ort beraten und die Schüler- und Lehrerteams anleiten, sowie an die nötige Ausstattung mit Messinstrumenten, Versuchsmaterialien, Material für Stellwände etc.
Wie rechnet sich atmosfair die Emissionseinsparungen an?
Gar nicht. Atmosfair rechnet sich die gesparten Tonnen CO2 nicht an, sondern unterstützt fifty/fifty einfach so mit 0,50€ pro Passagier, aus folgenden Gründen:
- Messbarkeit: Erstens lassen sich die Einsparungen nicht genau auf fifty/fifty zurückführen. Wenn die Schule weniger Energie verbraucht, kann das auch daran liegen, dass das Öl teurer wurde, oder der Winter wärmer war, oder mehr Stunden ausgefallen sind, oder oder. Genau messen lässt sich das nicht.
- Doppelzählungen: Deutschland ist ein Unterzeichnerstaat des Kyoto-Protokolls. Das bedeutet, dass hier alle Tonnen Treibhausgase abgezählt sind. Wenn fifty/fifty CO2 einspart, dann kann die Bundesregierung die gesparten Tonnen weiterverkaufen, oder Fabriken und Autos dürfen diese Menge mehr ausstoßen. Um diese Doppelzählungen zu vermeiden, müsste die Bundesregierung auf die von fifty/fifty eingesparten Tonnen verzichten (technisch: sie stilllegen). Das kann sie aber kaum tun, weil die Tonnen ja nicht genau messbar sind.
An welche Schulen geht das Geld?
Mit folgenden Schulen arbeiten wir zusammen:
- Carl-Benz-Realschule Berlin, Betreuung durch UfU e.V.
- Wunnensteinschule Großbottwar, Betreuung durch Klimabündnis
- Geschwister-Scholl-Sekundarschule Bremerhaven, Betreuung durch u.a. e&u-Büro
- Geschwister-Scholl-Hauptschule Seelze, Betreuung durch EUZ
- August-Hermann-Francke Schule Detmold, Betreuung durch e&u energiebüro GmbH
- St. Raphael-Gymnasium Heidelberg, Betreuung durch ifeu
- Gymnasium Gars, Betreuung durch Dipl. Phys. Peter Pospischil
- Bornhomer Grundschule Berlin, Betreuung durch UfU e.V.
- Freie Waldorfschule Halle, Betreuung durch UfU e.V.
- Jeetzeschule Salzwedel, Betreuung durch Ökodorf Siebenlinden
- Sekundarschule Beetzendorf, Betreuung durch Ökodorf Siebenlinden
- G.E. Lessing Ganztagsschule Salzwedel, Betreuung durch Ökodorf Siebenlinden
- Grundschule Astrid Lindgren Kalbe (Milde), Betreuung durch Energiesparagentur Altmark e.V.
- Grundschule Wilhelm Busch Brunau, Betreuung durch Energiesparagentur Altmark e.V.
- Gymnasium Neustadt am Rübenberge, Betreuung durch UfU e.V.
fifty/fifty bundesweit
Das Projekt fifty/fifty wurde in Hamburg entwickelt und dort ab 1993 eingeführt. Dort werden jährlich ca. 3 Mio. € Energie-, Wasser- und Abfallkosten eingespart. Später folgten Berlin und weitere Städte. Wegen der Länderverantwortlichkeit im Bildungsbereich und der Schulträgerschaft von Städten und Gemeinden gibt es kein bundesweites fifty/fifty-Programm sondern etliche Länder- und Regionalinitiativen. Die Verantwortlichen sind zum Teil öffentliche Stellen, wie in Hamburg „Projekt fifty/fifty“, zum Teil dafür eingesetzte gemeinnützige oder private Träger, wie in Berlin das UfU e.V. Diese Einrichtungen haben sich mit dem „Bundesverband Schule Energie Bildung“ eine bundesweite Vertretung gegeben, die in Berlin beim UfU angesiedelt ist. Neben Hamburg und Berlin sind weitere wichtige Beteiligte auf Bundesebene z.B.:
- Amt für Lehrerbildung Hessen (Gießen)
- IFEU (Heidelberg)
- EUZ (Springe-Eldagsen)
- ¾-Plus (Bremen und Bremerhaven)
- Energie gewinnt! (Jena)
- Keep Energy In Mind (Nürnberg)
- e&u energiebüro (Bielefeld)
- Umweltbüro Nord (Stralsund)
Insgesamt sind bundesweit ca. 3.500 Schulen an dem Programm beteiligt. Damit ist es das vermutlich größte umweltpädagogische Programm in Deutschland. Dennoch werden damit bisher nur knapp 10% der Allgemeinbildenden Schulen erreicht.







