Thailand: Strom aus Abwasser

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atmosfair-Schirmherr Prof. Dr. Klaus Töpfer

"Klima schützen mit atmosfair"

Thailand: Biogas aus Abwasser

     
Gesamteinsparung:   ca. 20.000t CO2/Jahr, über 10 Jahre
Technologietransfer:   Für Thailand neue Technologie, aus thailändisch-holländischer Zusammenarbeit.
Lokale Umwelt:   Verbesserte Wasser- und Luftqualität
Arbeitsplätze:   ca. 10
Projektpartner:   Chumporn Palm Oil Industry (Projektbetreiber), GTZ - Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (Projektentwicklung), WWF Thailand wacht über Regenwaldschutz
     
     

Im südlichen Thailand nahe der Küstenstadt Chumporn befindet sich seit 25 Jahren eine Palmölfabrik der Chumporn Palm Oil Industry (CPI). Fast 800 Angestellte aus dem Umland stellen dort täglich aus Palmölfrüchten verschiedene Öle für den thailändischen Lebensmittelmarkt und den Export her. Bedingt durch die Lage in einer traditionellen Kulturlandschaft stellen die zugehörigen Pflanzungen keine Gefahr für den Regenwald dar (siehe Dokument zum download). Palmöl dient als Küchenfett oder als Rohstoff für Kerzen, Kosmetika oder Süßigkeiten. Beim Auspressen der Früchte von den umliegenden Plantagen entsteht Abwasser mit Fruchtfleisch. Dieses wird bisher in Lagunen gesammelt, wo der Fruchtschlamm unter Luftabschluss verfault, während das Wasser für die Bewässerung der umliegenden Felder verwendet wird. Bei der Vergärung entsteht Methan, ein starkes Treibhausgas. Außerdem riecht es unangenehm, zum Leidwesen der Bewohner in den umliegenden Ortschaften.

Nun baut CPI eine neue Abwasserreinigungsanlage. Sie wird eine der ersten ihrer Art in Thailand sein und organische Reste im Abwasser effizient zu Biogas vergären. Sandbett- und Gasfiltern sorgen für die Reinigung des Wassers, das entstandene Biogas wird für die Prozesswärme in der Fabrik verwendet. Damit ist dem Klima, den Nachbarn und den Arbeitern geholfen, denn es entsteht kein freies Methan mehr. Die Technologie wurde in einem Gemeinschaftsprojekt von Thailand und den Niederlanden entwickelt.

In großen abgedeckten Becken gährt das Abwasser mit den Pflanzenstoffen. Das entstehende Gas wird zur Energiegewinnung in der angrenzenden Fabrik weitergenutzt.
Auf der Stakeholderversammlung zum Projekt kamen die Betreiber, Anwohner und Mitarbeiter in Chumphon zusammen um offene Fragen zu klären.

Der Prüfer (TÜV) hat den Projektplan mit wenigen Änderungen Ende 2005 genehmigt. Das Projekt ist in Betrieb und wurde nach Verzögerungen, aufgrund der politischen Situation in Thailand, im Februar 2009 als CDM Projekt registriert und ist aktuell in der Gold Standard Validierung.

Zentral ist für atmosfair der Nachweis, dass bestehende und mögliche neue Palmenpflanzungen nicht zu Regenwaldzerstörung führen können. Dies ist ausgeschlossen, da der Regenwald erst in den Bergen beginnt, die für die Landwirtschaft nicht attraktiv sind.

Ein Teil der Emissionseinsparungen des Projektes werden für atmosfair erbracht. Weitere Emissionseinsparungen des Projekts werden vom Partner GTZ für die eigenen Dienstflüge verwendet.