Indien: Solarthermie

Mitmachen

Deutsch

atmosfair-Schirmherr Prof. Dr. Klaus Töpfer

"Klima schützen mit atmosfair"

Das Klimaschutzprojekt in Indien versorgt Großküchen über Solarenergie mit heißem Wasser

Indien: Solarthermie in Großküchen

     
Gesamteinsparung:   4000 Tonnen CO2 bis 2012
Technologietransfer:   Scheffler-Parabolspiegel durch die indische Firma Gadhia Solar vor Ort produziert.
Lokale Umwelt:   Bessere Innenraumluft, auch außerhalb der Küchen weniger Abgase.
Arbeitsplätze:   etwa 20
Projektpartner:   Gadhia Solar (Ausführung), GTZ - Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (Projektentwicklung)
     
     

Tausende von Pilgern kommen täglich ins indische Sringeri Mutt, einem der bedeutendsten hinduistischen Wallfahrtsorte in Karnataka an der indischen Westküste. Die Mahlzeiten für die Pilger wurden dort bisher mit Hilfe von Dieselbrennern zubereitet. Nun ist an ihre Stelle eine Anlage mit einer Reihe von Scheffler-Solarspiegeln getreten, die das Sonnenlicht auf eine Röhre bündeln, in der Wasser erhitzt und dann in die Küche geleitet wird. Ein ausgeklügeltes Dampfsystem sorgt dafür, dass die Küchen auch nach Sonnenuntergang noch funktionieren.

Sringeri Mutt ist nur einer von 18 Standorten in ganz Indien, an denen in Tempeln, Krankenhäusern und Schulen Solarthermie umweltfreundliche Energie liefern soll. Die Anlagen werden planmäßig bis 2012 insgesamt ca. 4000 Tonnen CO2 einsparen. Sie stammen vom indischen Hersteller Deepak Gadhia.

Die Solarspiegel konzentrieren den Lichteinfall auf einen Zylinder. Dieser wird mit Wasser befüllt. Heißer Wasserdampf entweicht aus dem Zylinder und wird in die Küche geführt.
In der Küche erhitzt der heiße Dampf die Kochkessel in denen beispielsweise Reis zubereitet wird.

Dabei entstehen ca. 20 Arbeitsplätze für den Betrieb und die Instandhaltung der Anlagen. Zudem wird die Innenluft in den Küchen gereinigt, die zuvor mit Dieselruß die Köche belastete.

atmosfair ist zusammen mit dem Partner GTZ als Geldgeber an dem Projekt beteiligt. Die GTZ will die restlichen Reduktionen verwenden, um für die Emissionen der internationalen Erneuerbaren Energien Konferenz 2003 in Bonn aufzukommen.

Im Entstehungsprozess eines jeden CDM-Gold-Standard-Projekts gibt es eine öffentliche Anhörung. Hier können Anwohner und Mitarbeiter Ihre Fragen und Anregungen zu dem Projekt diskutieren.

Der TÜV Süd ist als akkreditierter Prüfer mit der Kontrolle des Projekts befasst. Er beanstandete während der Vorprüfung (so genannte Validierung), dass an zwei Standorten Brennholz statt Diesel durch Solarwärme ersetzt werden sollte. In diesem Fall ist es schwer, die Dauerhaftigkeit der Emissionsreduktion nachzuweisen. Infolgedessen mussten die Standorte aus dem Projekt herausgenommen werden, so dass das Projekt nun insgesamt etwa 20% weniger CO2 einsparen wird, als ursprünglich geplant. Gleichzeitig zeigt dies, wie wichtig eine unabhängige Prüfung ist. Inzwischen ist der Validierungsbericht angenommen und das Projekt offiziell beim Klimaschutzsekretariat der Vereinten Nationen angemeldet.